Wegen Corona

Bewohner der Bergedorfer Flüchtlingsunterkunft getestet

Keiner darf rein, keiner darf raus: Polizisten in Schutzanzügen und ein externer Sicherheitsdienst vor der Unterkunft am Curslacker Neuen Deich.

Keiner darf rein, keiner darf raus: Polizisten in Schutzanzügen und ein externer Sicherheitsdienst vor der Unterkunft am Curslacker Neuen Deich.

Foto: Leimig Christoph / BGZ / Anne Strickstrock

Der mit Corona infizierte Mann ist isoliert. Heute sind bereits die ersten Bewohner der Flüchtlingsunterkunft getestet worden.

Bergedorf.  Neun Streifenwagen hielten Sonnabend gegen 15.30 Uhr vor der Asylbewerberunterkunft am Curslacker Neuer Deich 57: Heraus sprangen Polizisten in weißen Schutz-Overalls, sie waren vom Bergedorfer Gesundheitsamt um Amtshilfe gebeten worden. Dr. Jürgen Duwe hatte erfahren, dass sich ein Mann mit Corona angesteckt haben soll. Sofort wurde das Containerdorf abgeriegelt: Niemand darf die Unterkunft verlassen, Ein Sicherheitsdienst überwacht jetzt die Quarantäne.

Corona in Bergedorfer Flüchtlingsunterkunft

„Ein Bewohner, um die 30 Jahre alt, zeigte Symptome mit Husten und Fieber. Er ging am Donnerstag zu seinem Hausarzt, bekam Freitag das positive Ergebnis und wurde sofort in einer Unterkunft außerhalb Bergedorfs isoliert“, sagt Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. „Am Montag hat der Fast Track vom Deutschen Roten Kreuz die ersten Tests gemacht, Dienstag geht es weiter. Meines Wissens wurde keine weitere Person isoliert.“

Mitte bis Ende der Woche werden Ergebnisse erwartet, sagt Martin Helfrich. Der Sprecher der Sozialbehörde kündigt an, dass weitere positive Fälle isoliert werden. Wer indes nächsten Montag einen zweiten Test macht und in dessen Folge erneut negativ begutachtet werde, könne die angeordnete, zweiwöchige Quarantäne voraussichtlich auch schon früher verlassen.

Verwaltung steht in Austausch mit dem Betreiber

Die Verwaltung steht in engem Austausch mit dem Betreiber der Unterkunft, fördern & wohnen: „Die haben dafür eine spezielle Einheit, die von Harburg aus koordiniert wird und mit den Krankenhäusern kooperiert“, so Dornquast. Alle Bewohner seien mit Essen versorgt worden, so auch am gestrigen Sonntag. Anschließend werde es eine Einkaufsliste geben: „Die Leute sollen aufschreiben, was sie brauchen, dann kümmert sich ein Einkaufsservice darum“, sagt Dornquast.

Das Gesundheitsamt verfolgt alle möglichen Kontakte nach

Erst am Freitag meldete die Stadt Frankfurt, dass in einer dortigen Unterkunft 114 Menschen infiziert sind – sie und Familienangehörige seien in anderen Unterkünften isoliert worden.

Auch in Hamburg kam es bereits zu Corona-Fällen in Gemeinschaftsunterkünften: „Das ist jetzt bestimmt die fünfte Unterkunft“, meint Dornquast: „Zum Glück stehen wir nicht am Anfang der Pandemie, inzwischen wissen viele Menschen um das Virus und die Folgen. Sie werden nicht total überrascht.“

Unterkunft am Achterdwars war nur einen Tag lang gesperrt

Auch in der Obdachlosen-Unterkunft Am Achterdwars war am 25. Juni ein Corona-Fall gemeldet worden. Alle Bewohner mussten überprüft werden. „Da hat man nochmal eine Nach-Testung gemacht und einen Tag später herausgefunden, dass gar keine Infizierung vorlag“, weiß der Bezirksamtsleiter.

Die Angst vor vielen Ansteckungen ist allgegenwärtig. Nahezu zeitlich zum Einsatz am Curslacker Neuen Deich wurde der Leiter des Bergedorfer Gesundheitsamtes an die Krusestraße gerufen: Dort hatten sich offenbar Freizeitkicker zum Fußballturnier getroffen. Allerdings war dies bei den Behörden weder angekündigt noch genehmigt worden, zudem habe es kein ausreichendes Hygienekonzept gegeben.

„Die haben gegen die Eindämmungsverordnung verstoßen. Also wurde das Spiel friedlich abgebrochen“, schildert Bergedorfs Bezirksamtsleiter. , der immer dann besonders vorsichtig wird, „wenn verschiedene Generationen zusammenkommen, so ja auch in der Unterkunft“.