Kommentar

Die AfD und die Opferrolle

Thomas Voigt
Redakteur Thomas Voigt

Redakteur Thomas Voigt

Foto: Wolfgang Rath / bz

Die Taktik, die AfD im parlamentarischen Tagesgeschäft zu ignorieren, hat bisher nicht funktioniert. Wir sollten sie ändern.

Bergedorf. Wer mehr als populistische Parolen will, ist entschiedener Gegner der AfD und ihrer verächtlichen Grundhaltung, die jeden ausgrenzen will, der nicht urdeutsch, kerngesund und stinknormal ist. Die Versuchung für andere Fraktionen ist groß, dieses Ärgernis AfD in politischen Gremien nach besten Kräften zu ignorieren. Klug oder gar politisch weitsichtig ist das aber nicht. Weist es doch diesen erklärten Gegnern von Freiheit und Vielfalt eine Opferrolle zu, mit der sich trefflich Sympathisanten und Wähler fangen lassen.

Michael Mirbach (Linke) hat es in der jüngsten Bezirksversammlung ganz unverblümt gesagt: „Wir haben uns vorgenommen, Anträge der AfD grundsätzlich abzulehnen.“ Und gleich darauf gab es zu dem eigentlich unverfänglichen AfD-Antrag, sich für eine Öffnung des CCB-Parkhauses auch sonntags einzusetzen, von den anderen keinerlei Stellungnahme, stattdessen die übliche konzertierte Abfuhr.

Mit AfD-Anträgen zunächst inhaltlich befassen

Längst hat die AfD ihre Chance erkannt, geriert sich auf ihren digitalen Seiten und gedruckten Broschüren als ehrenwerte Gesellschaft, die von den traditionellen politischen Lagern bedingungslos gemobbt wird – und kann das mit Beispielen wie aus der Bergedorfer Bezirksversammlung auch noch untermauern.

Verehrte Bezirksvertreterinnen und -vertreter, es ist sicher sehr lästig, aber Sie täten gut daran, sich mit Eingaben und Anträgen der AfD zunächst inhaltlich zu befassen, bevor Sie per Handzeichen über sie befinden. Nur so nehmen Sie diesen Leuten dauerhaft den Wind aus den Segeln.

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