Bergedorf

Nun doch: Sternwarte bietet ab Oktober wieder Führungen an

Beliebter Treffpunkt: Der Kuppelbau des „Café Raum & Zeit“ mit nebenbei betriebenem Besucherzentrum der Sternwarte bei der Mondfinsternis im Jahr 2018.

Beliebter Treffpunkt: Der Kuppelbau des „Café Raum & Zeit“ mit nebenbei betriebenem Besucherzentrum der Sternwarte bei der Mondfinsternis im Jahr 2018.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Zum Start der Herbstferien beginnt auf der Sternwarte der Besuchsbetrieb wieder. Gespräche über professionelles Besucherzentrum laufen.

Bergedorf. Pünktlich zum Start der Herbstferien beginnt auf der Sternwarte in der ersten Oktoberwoche der Besuchsbetrieb wieder – nach Monaten coronabedingter Unterbrechung. Das Café Raum & Zeit bleibt zwar, wie berichtet, noch bis zum Frühjahr 2021 geschlossen. Dafür organisiert jetzt die Universität in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Sternwarte die Führungen über das Gelände und in die Kuppelbauten des 1912 eingeweihten Observatoriums an der August-Bebel-Straße 196.

Los geht es am Sonntag, 4. Oktober, um 14 Uhr mit einem Rundgang, der sich unter anderem mit einer der einst wichtigsten Aufgaben der Sternwarte befasst: die Bestimmung der korrekten Zeit – und ihre Übermittlung an die Kapitäne der Schiffe, die vom Hamburger Hafen aus auf große Fahrt gingen. Die Teilnahme kostet 10, ermäßigt 7,50 Euro. Eine Anmeldung ist Pflicht, weil nur maximal 20 Personen mitgehen dürfen. Der Link zum Buchen der Plätze ist ab Montag auf der Homepage der Universität freigeschaltet: www.hs.uni-hamburg.de/Anmeldung-Fuehrungen.

Café-Betreiberinnen hatten Besucherzentrum „nebenbei“ gemanagt

Treffpunkt für die etwa eineinhalbstündigen Exkursionen ist jeweils der Plattenweg zum sogenannten Sonnbau, neben der Kuppel des Besucherzentrums. Die Touren werden bis in den April jeweils sonntags um 14 Uhr starten. Zudem gibt es ab 7. Oktober an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19 Uhr eine Abendführung. Dann ist bei klarem Himmel sogar die Beobachtung der Sterne durch die riesigen Teleskope der Anlage möglich.

Dass Universität und Förderverein mit der Organisation der Führungen jetzt in die Fußstapfen der Café-Betreiberinnen Andrea und Claudia Klerman treten, die das Besucherzentrum seit zehn Jahren „nebenbei“ mit gemanagt hatten, weist auf intensive politische Gespräche im Hintergrund hin. Sie waren Donnerstag auch Thema in der Bezirksversammlung: Vertreter der Koalition aus SPD, Grünen und FDP, aber auch der CDU arbeiten daran, das Besucherzentrum künftig auf eigene Beine zu stellen, mit einem festen Etat. Genau das ist, wie berichtet, die Forderung der Café-Betreiberinnen.

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Das Problem liegt in der Frage der finanziellen und personellen Zuständigkeit: Weder die Universität oder die Wissenschaftsbehörde, noch die Kulturbehörde fühlen sich verantwortlich. Um den Druck zu erhöhen, hat die Bezirksversammlung am Donnerstag beschlossen, auf Grundlage des bereits bestehenden Konzeptentwurfs „Astronomie-Campus Hamburger Sternwarte“ der Universität „zu prüfen, wie ein professionelles Besucherzentrum entstehen und die Finanzierung sichergestellt werden kann“.