Einzelhandel

Hamburger Handelskammer für Bergedorfer Quartiersmanager

Beim Bergedorf-Rundgang im Sachsentor: Handelskammer-Präsident Prof. Norbert Aust (3. v. li.) mit Heiner Schote (Handelskammer, li.), und den Bergedorfern Hans-Helmut Willers, Martina Willhoeft, Michael Solscher und Henrik Marks (v. li.)

Beim Bergedorf-Rundgang im Sachsentor: Handelskammer-Präsident Prof. Norbert Aust (3. v. li.) mit Heiner Schote (Handelskammer, li.), und den Bergedorfern Hans-Helmut Willers, Martina Willhoeft, Michael Solscher und Henrik Marks (v. li.)

Foto: Thomas Voigt

Antrittsbesuch von Präses Norbert Aust im Sachsentor. Der zeigt sich überrascht vom großen Potenzial der Innenstadt.

Bergedorf. Hoher Besuch beim Bergedorfer Arbeitskreis der Handelskammer: Der neue Präses Prof. Norbert Aust nahm sich Mittwoch zusammen mit Hauptgeschäftsführer Dr. Malte Heyne und Teilen der Handelskammer-Chefetage vier Stunden Zeit, um die Qualitäten, aber auch die Sorgen des Bezirks und seiner Unternehmer kennenzulernen – vor allem mit Blick auf die Zukunft seiner Innenstadt. Zwei Stunden dauerte allein der Rundgang bei bestem Wetter durch die Einkaufsstraßen Sachsentor und Alte Holstenstraße, die Aust dann spontan mit einem Mittagessen im Sachsentor ausklingen ließ.

„Bergedorfs City hat sehr viel Potenzial, die Menschen anzuziehen. Das war mir vorher nicht so klar“, gestand Aust gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Für meinen Geschmack kann noch einiges für die Aufenthaltsqualität getan werden, gerade im Bereich der Gastronomie, vielleicht perspektivisch auch der Kultur.“ In jedem Fall sei es auch für Hamburg sinnvoll, Bergedorf und seine Wirkung über die Landesgrenzen hinaus nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu fördern. „Wir waren zwar Mittwoch um die Mittagszeit in den Einkaufsstraße unterwegs. Aber trotzdem war viel los, auch in den Geschäften.“

Norbert Aust sieht Bergedorf als „Teil Hamburgs“

Das seit einigen Wochen diskutierte Projekt, einen unabhängigen Stadtmanager für Bergedorf zu schaffen, um an einer Zukunft als Stadt in der Metropole zu arbeiten, schießt in den Austs Augen allerdings etwas über das Ziel hinaus: „Ich sehe Bergedorf als Teil Hamburgs und nicht als selbstständige Stadt. Deshalb wäre der Begriff Quartiersmanager eher angebracht.“ Es sei besser mit den Potenzialen Hamburgs zu arbeiten, als gegeneinander. „Aber natürlich braucht Bergedorf ein hauptamtliches unabhängiges Management, vielleicht nach dem Vorbild der Harburger Stadtmanagerin.“

Der Wunsch der Bergedorfer, den Bezirk als festen Bestandteil in das Handelskammer-Strategiepapier aufzunehmen, das insgesamt sieben Quartiersmanager für Hamburgs Stadtrandzentren fordert und demnächst als Grundlage für Gespräche mit dem Senat fungiert, scheint sich zu erfüllen: „Auch wenn sich alle Hamburger Quartiere im Wandel befinden: Hier in Bergedorf kann und sollte einiges angepackt werden. Die Steigerung der Bekanntheit der Sternwarte in der ganzen Stadt etwa oder die Verbesserung der touristischen Anbindung des Bergedorfer Hafens an Hamburg. Das ist sinnvoll für alle, auch für Hamburg“, sagt Aust.

Lob gibt es für das Miteinander verschiedener Initiativen

Großes Lob gibt es von ihm nach seinem Besuch für das enge Miteinander der verschiedenen Bergedorfer Initiativen beim Engagement für die Zukunft des Bezirks und seiner Innenstadt – trotz, oder gerade wegen, des für Januar beschlossenen Aus für Karstadt, der Corona-Folgen und der wachsenden Konkurrenz des Internets im Bereich des Einzelhandels. „Der Wirtschaftsverband WSB engagiert sich vorbildlich darum, dass Bergedorf mit einer Stimme spricht. Das ist entscheidend, um den Bezirk auch in Hamburg voranzubringen.“

Ein Zukunftsprojekt der Bergedorfer City könne das Thema Homeoffice werden: „Hier wohnen sehr viele Menschen nur einen Spaziergang entfernt“, so Aust. „Wenn die nicht mehr täglich zur Arbeit ins Büro fahren, sondern viel zu Hause tätig sind, braucht es Abwechslung. Schafft es die Innenstadt, sie mit dem Laptop unterm Arm ins Café zu locken oder ihnen die neuartigen Coworking Places zu bieten, sorgt das für viel neue Frequenz in den Fußgängerzonen.“