Mobilitätswende

Wo das Fahrrad in Bergedorf bald die Oberhand gewinnt

Etappenziel erreicht: Senator Anjes Tjarks (Grüne, M.) und seine Bergedorfer Gastgeber auf der Verkehrsinsel an der Kreuzung Sander Damm/Weidenbaumsweg. Dort soll der Bergedorfer Radschnellweg vorbeiführen.

Etappenziel erreicht: Senator Anjes Tjarks (Grüne, M.) und seine Bergedorfer Gastgeber auf der Verkehrsinsel an der Kreuzung Sander Damm/Weidenbaumsweg. Dort soll der Bergedorfer Radschnellweg vorbeiführen.

Foto: Thomas Voigt

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) auf Tour mit der Bezirksverwaltung und -politik. Fahrradfreundliche Vorhaben und Wünsche.

Bergedorf. Die Mobilitätswende ist namentlich seine Sache. Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende, hat sich gestern im Rahmen einer Fahrradtour bei Bezirksvertretern vor Ort nach dem Stand der Dinge erkundigt. Bergedorfer Verkehrspolitiker und ein Team der Verwaltung um Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (SPD) präsentierten dem Senator ein ganzes Bündel fahrradfreundlicher Vorhaben und Wünsche.

• Nettelnburger Landweg

In der kommenden Sitzung des Verkehrsausschusses am 19. Oktober werden die Pläne für das Tunnel-Nadelöhr unter den Bahngleisen präsentiert: Damit auf beiden Seiten der Straße Fuß- und Radverkehr in zwei Richtungen möglich wird, soll der Kraftverkehr künftig nicht mehr vierspurig unter den Gleisen hindurchführen, sondern dort zweispurig verengt werden. Genau dort soll in Kürze dann auch der Bergedorfer Radschnellweg entlangführen – unter den Schienen hindurch und über die Straße hinweg. „Sehr gut“, befand der Verkehrssenator und begegnete befürchteten Staubildungen insbesondere im Berufsverkehr mit grüner Überzeugung: „Wer die Mobilitätswende will, der muss sie auch in die Wege leiten.“

• Sander Damm/Weidenbaumsweg

Nicht weniger als 17.000 Fahrzeuge am Tag passieren auf dem Sander Damm die Kreuzung mit dem Weidenbaumsweg. Auch dort, wo die Schienen der AKN-Bahnstrecke nach Geesthacht diagonal kreuzen, soll bald der Bergedorfer Radschnellweg hinüberlaufen, erläuterte Tiefbauchef Lars Rosinski der Radler-Runde. Pläne dafür gibt es in mehreren Varianten. Kühnste Lösung dürfte eine Brücke sein, die parallel zum Schienenverlauf eigens für den eiligen Radler über die Kreuzung geschlagen wird. Eine andere Variante wären Fahrradstreifen,
die den Kraftverkehr auf Sander Damm und Weidenbaumsweg kreuzen – möglicherweise nach dem „Kopenhagener Modell“, bei dem die Radwege gegenüber der Fahrbahn um einige Zentimeter erhöht und daher abgegrenzt sind. „Mehr Abgrenzung zwischen Fahrrad und Auto ist unsere aktuelle Vorgabe“, erklärte Tjarks. Die seit einiger Zeit in Hamburg verfolgte Mischung
mit niveaugleichen Fahrradstreifen würde nicht recht angenommen.

• Radschnellweg

Die Trasse des Radschnellwegs ist bereits ziemlich genau festgelegt und verläuft entlang der AKN- und S-Bahn-Schienen. Allein im Bereich der Station Allermöhe dürfte es Probleme geben, wenn über Jahre hinweg Sand für Oberbillwerder auf der Trasse angefahren wird. „Wir werden für den Radverkehr eine Lösung finden, möglicherweise eine provisorische Trasse“, versichert Bezirksamtsleiter Dornquast.

• Radstation

Die von der Complete Dienstleistung GmbH (früher: Awo Dienstleistung GmbH) betriebene Radstation am Bahnhofsvorplatz ist mit ihren 450 Stellplätzen nahezu voll belegt. „Hier brauchen wir also mehr Platz“, freute sich Senator Tjarks. Arne Dornquasts Vorschlag ist ein neues Parkhaus auf der Fläche der jetzigen Parkpalette auf Lohbrügger Bahnhofseite – für Autos ebenso wie für Fahrräder.