Bergedorf

Maximal 10 Sekunden Wartezeit für Fußgänger an Bedarfsampeln

Warten auf Grün: Auch wenn der Taster gedrückt ist, müssen Fußgänger oft Geduld haben.

Warten auf Grün: Auch wenn der Taster gedrückt ist, müssen Fußgänger oft Geduld haben.

Foto: Ulf-Peter Busse

Der Vorstoß der Bergedorfer Linken soll Schulkinder schützen. Schneller Takt in Hamburg nicht ungewöhnlich

Bergedorf. Die Wartezeit an einer Fußgängerampel ist im Bezirk Bergedorf sehr unterschiedlich: Gerade mal 4 Sekunden dauert es, die Autos auf dem Binnenfeldredder am Flüchtlingsdorf „Bünt“ zu stoppen. Vor der Rudolf-Steiner-Schule kann es an der Holtenklinker Straße dagegen schon mal eine gute halbe Minute dauern. Und wer als Fußgänger an der Kreuzung Sander Damm/Kurt-A.-Körber-Chaussee auf Grün wartet, was er hier nicht selbst anfordern kann, muss laut zuständigem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) bis zu 95 Sekunden einplanen.

Bergedorfs Linke wollen deutlich kürzere Wartezeiten für Fußgänger: „Wir brauchen innerhalb von 10 Sekunden Grün an allen Bedarfsampeln im Bezirk. Das ist eine Frage der Lebensqualität – und für Schüler, vor allem die Grundschüler die Basis einer erfolgreichen Verkehrserziehung“, sagte Olaf Römmele im jüngsten Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung. Seine Beobachtung: „Drücken Abc-Schützen den Auslöser einer Ampel und die zeigt lange keine Reaktion, wird die Straße auch bei Rot überquert.“

Fußgängerampel Arnoldistieg als Pilotprojekt für bessere Taktung

Als Pilotprojekt einer besseren Taktung gilt Römmele die Fußgängerampel in Höhe Arnoldistieg über die Holtenklinker Straße. Eine wichtige Querung für Kinder vom Brookdeich hinauf zur Grundschule Ernst-Henning-Straße. Wie berichtet, stoppten die Linken hier eine Wartezeit von bis zu 40 Sekunden, auch morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr, kurz vor Schulbeginn.

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Einstimmig, bei Enthaltung der FDP, folgte der Ausschuss dem Linken-Antrag und lässt vom Bezirksamt jetzt eine Taktverbesserung an dieser Stelle prüfen. Römmeles Idee, das „10-Sekunden-Grün für Fußgänger“ zum generellen Aushängeschild für Bergedorf zu machen, löste indes eine kontroverse Diskussion aus. Anfreunden konnten sich damit vor allem die Grünen. Die SPD favorisiert dagegen eher frequenzabhängige Taktungen. Die CDU verwies darauf, dass fast alle Bedarfsampeln in Reihe mit anderen Lichtzeichenanlagen geschaltet sind, um grüne Wellen für den Autoverkehr zu ermöglichen.

Für jede Ampel sei eine Einzelbetrachtung erforderlich

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte der LSBG, dass „Sonderschaltungen zur Schulzeit in Hamburg bereits an verschiedenen Ampeln in Schulnähe zum Einsatz kommen“ – vor allem für den morgendlichen Anmarsch der Kinder. Um Staus im Berufsverkehr zu vermeiden, greife man allerdings vornehmlich auf feste Intervalle ohne Einfluss der Anforderung zurück. „Sofortgrün-Schaltungen kommen seltener zum Einsatz, weil sie die Grüne Welle unterbrechen“, bestätigt LSBG-Sprecher Henning Grabow. Und: Beim Umrüsten werde es keine Bergedorfer Regelung geben können. Für jede Ampel sei die Einzelbetrachtung erforderlich.