Pandemie

Drei Bergedorfer Schulen mit Corona-Fällen

Am heutigen Freitag sollen die Schüler einer Klasse der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg getestet werden (Symbolfoto).

Am heutigen Freitag sollen die Schüler einer Klasse der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg getestet werden (Symbolfoto).

Foto: Robert Michael / dpa

Das Gesundheitsamt sieht sich für die Zahlen gut aufgestellt. Insgesamt sind aktuell 27 Bergedorfer in Quarantäne. Alle Details.

Bergedorf. Große Unsicherheit herrscht seit Tagen an der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg: Am Sonnabend ist ein Schüler der zehnten Klassenstufe positiv auf Corona getestet worden. Er befindet sich seither in häuslicher Quarantäne, war nach Darstellung des Elternrats gegenüber unserer Zeitung zuvor aber täglich im Unterricht. Ob er dort Mitschüler oder Lehrer angesteckt hat, sei noch immer offen. Erst am heutigen Freitag sollen die Klasse und mögliche weitere Kontaktpersonen getestet werden. Der Termin sei immer wieder verschoben worden.

Laut Bezirksamtssprecher Dr. Sebastian Kloth ist es einer von derzeit drei Fällen an drei Bergedorfer Schulen. Werde ein Fall bekannt, ordne das Gesundheitsamt stets sofort an, „alle betroffenen Schüler unmittelbar nach Hause zu schicken und ihnen mitzuteilen, dass sie vorläufig unter Quarantäne stehen“. Sämtliche Kontaktpersonen würden umgehend ermittelt, befragt und eventuell getestet oder in Quarantäne geschickt. Konkret auf den Fall vom Richard-Linde-Weg geht Kloth nicht ein, nennt auch keine Namen der beiden anderen betroffenen Schulen.

Im Bezirk Bergedorf aktuell 27 Personen in Quarantäne

Insgesamt befinden sich im Bezirk aktuell 27 Personen wegen Corona in häuslicher Quarantäne. Eine Zahl, für die sich das Bergedorfer Gesundheitsamt gut aufgestellt sieht, hat es doch in den vergangenen Monaten personellen Zuwachs erhalten. Acht Ärzte, zwei Verwaltungsmitarbeiter sowie drei Hilfskräfte sind seit Krisenbeginn hinzugekommen. Unter den Neuen sind zwei Krankenschwestern und ein Verwaltungsmitarbeiter aus anderen Bezirken. Sebastian Kloth erläutert das zeitlich begrenzte Arbeitsverhältnis: „Die Verträge sind befristet bis zum 31. Dezember 2020. Das federführende Bezirksamt Altona verhandelt zurzeit mit der Finanzbehörde über eine Verlängerung bis zum 30. Juni 2021.“

Bergedorfs Rathaus habe zudem für den Notfall, sollte sich im Gesundheitsamt jemand infizieren, personelle Reserven: genau 8,63 Stellen aus anderen Bereichen des Bezirksamts. Zudem seien über das in der Pandemie federführende Gesundheitsamt in Altona zum Winter weitere Einstellungen von Ärzten, Hygienekontrolleuren und -Ingenieuren geplant.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes fragen Patienten nach Symptomen

Weil die Corona-Krise aber bisher, was Krankenzahlen angeht, weitestgehend Bergedorf verschonte, haben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zurzeit vermehrt andere Aufgaben zu bewältigen. In einer Tabelle sind alle Hamburger Bezirke mit ihrer Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen aufgelistet. Dabei rangiert Bergedorf von den absoluten Fallzahlen (272) sowie der Fälle der vergangenen 14 Tage vom 31. August bis 13. September (27) jeweils auf dem letzten Platz. Corona-Spitzenreiter ist momentan bei insgesamt 1636 Fällen der Bezirk Wandsbek, bei der 14-Tage-Inzidenz war zuletzt Hamburg-Nord mit 126 Neuerkrankungen am stärksten betroffen.

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Trotz alledem: Die Mitarbeiter des hiesigen Gesundheitsamts kontaktieren und befragen die Corona-Positiven zunächst ausgiebig nach Symptomen, eventuellen Kontaktpersonen und -orten, bevor es an die Ausarbeitung der detaillierten Quarantäne-Anordnungen geht. Kloth: „Sie beraten und betreuen die Kranken während der Quarantäne und heben diese auch wieder auf.“

Lage in Bergedorf ist vergleichsweise ruhig

Ebenso wichtig ist die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, die Zeit mit Covid-19-Patienten verbracht haben. „Für jeden positiv Getesteten müssen in der Regel fünf bis 50 Kontaktpersonen befragt und anschließend kategorisiert werden. So haben wir Ermittlungen und Befragungen bei etwa 3000 Kontaktpersonen durchgeführt.“ Eine wichtige Gruppe, welche das Gesundheitsamt ebenfalls sucht, sind Reiserückkehrer vor allen Dingen aus Risikogebieten – davon wurden bisher 650 Personen erfasst und in den Hamburger Pandemie Manager und die Infektionsschutz-Software „Octoware“ eingetragen.

Weiteres großes Arbeitsfeld sind die Corona-Tests, sprich die Abstriche. Dabei standen zuletzt insbesondere Schulen oder Einrichtungen wie das Moosbergheim im Fokus. Wie viele Abstriche das Bergedorfer Gesundheitsamt bisher insgesamt gemacht hat, sei nicht erfasst. Kloths Fazit: „Die Lage in Bergedorf ist vergleichsweise ruhig, auch weil Infektionsketten und Kontaktpersonen schnell ermittelt und Maßnahmen konsequent umgesetzt werden.“