Besucherzentrum

Ausverkauf im Besucherzentrum der Bergedorfer Sternwarte

Andrea und Claudia Klerman, Betreiberinnen des „Café Raum & Zeit“ im Kuppelbau des 1-Meter-Spiegels auf dem Gelände der Sternwarte. Sie managen nebenbei auch das Besucherzentrum mit.

Andrea und Claudia Klerman, Betreiberinnen des „Café Raum & Zeit“ im Kuppelbau des 1-Meter-Spiegels auf dem Gelände der Sternwarte. Sie managen nebenbei auch das Besucherzentrum mit.

Foto: Ulf-Peter Busse

Ab Donnerstag gibt es Mobiliar, Pflanzen und Deko. Ob Café und Besucherzentrum 2021 wieder öffnen ist unklar.

Bergedorf. Ihre Einladung zum „vorerst letzten Plausch an diesem einzigartigen Ort“ sorgt im Bezirk und darüber hinaus gerade für Diskussionsstoff: Andrea und Claudia Klerman, Betreiberinnen vom „Café Raum & Zeit“ mit angeschlossenem Besucherzentrum der Sternwarte, laden für Donnerstag bis Sonntag, 12 bis 17 Uhr, zum Verkauf von „Zimmerpflanzen, Gartenstühlen, Picknick-Decken, Deko und vielem mehr“.

Nur Räumung des Lagers – zunächst

„Es handelt sich nur um die Räumung unseres Lagers“, sagte Andrea Klerman gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir mussten seit Mitte März wegen der Corona-Bestimmungen schließen und haben entschieden, nicht vor April 2021 wieder zu öffnen. Da hat man Zeit, das Lager durchzuschauen und vieles auszusortieren, was über die Jahre einfach mal dort gelandet ist. Und auch der Kühlbereich muss geräumt werden.“

Forderung: Café und Besucherzentrum organisatorisch trennen

Ob Café und Besucherzentrum tatsächlich in gut sieben Monaten wieder öffnen, steht noch nicht fest. Wie berichtet haben sich Andrea und Claudia Klerman an die Universität Hamburg gewandt. Sie fordern von der Grundeigentümerin der Sternwarte sowie den am Projekt einer Weltkulturerbe-Bewerbung des Observatoriums beteiligten Behörden für Wissenschaft und für Kultur, das 2011 eingeweihte Besucherzentrum vom Status eines Dauer-Provisoriums zu befreien. Seit es auf Betreiben vom damaligen Bergedorfer Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp im seinerzeit frisch sanierten 1-Meter-Spiegel des Observatoriums eingeweiht wurde, betreiben die Klermans das Besucherzentrum quasi nebenbei mit – organisatorisch und mit eigenem finanziellen Risiko.

Betrieb des Besucherzentrums kostet bis zu 150.000 Euro

„Bei jährlich 40.000 Gästen von Führungen, Vorträgen und sonstigen Veranstaltungen ist das schon längst nicht mehr zeitgemäß. Wir bitten alle Beteiligten eindringlich, die kommenden Monate zu nutzen, um Besucherzentrum und Café-Betrieb endlich zu trennen“, sagt Andrea Klerman. Zwischen 100.000 und 150.000 Euro im Jahr sei der Kostenrahmen für das Besucherzentrum, den sie bisher aus den Einnahmen des Cafés decke – und im Gegenzug gemäß Pachtvertrag keine Miete zahle. „Das war am Anfang vielleicht sinnvoll. Aber nach bald zehn Jahren braucht es eine Entwirrung dieser Verhältnisse.“

Hoffen auf die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank

Ob dies gelingt, steht in den Sternen. Bisher sind weder die beteiligten Behörden noch die Uni bereit, einen festen Etat für das Besucherzentrum einzurichten. Jetzt schaltet sich die Politik ein: Die Klermans führen Gespräche mit den Bürgerschaftsfraktionen von SPD, Grünen und CDU. Andrea Klerman: „Vielleicht zieht ja Katharina Fegebank das Thema als Zweite Bürgermeisterin an sich.“