HVV-Strafgeld und Bußgeld

Ohne Maske im HVV: Wo es richtig teuer werden kann

Seit Ende April gilt in Bussen, Zügen und auf Bahnhöfen wie hier in Bergedorf die Maskenpflicht. Seit gestern werden auch in Hamburg Verstöße geahndet.

Seit Ende April gilt in Bussen, Zügen und auf Bahnhöfen wie hier in Bergedorf die Maskenpflicht. Seit gestern werden auch in Hamburg Verstöße geahndet.

Foto: Thomas Voigt

Unterschiedliche Landesverordnungen in Hamburg und Schleswig-Holstein können zu fünffachen Kosten ohne Maske in Bus und Bahn führen.

Bergedorf/Reinbek.  Maskenmuffeln in Bus und Bahn geht es seit gestern an den Kragen: 40 Euro kassieren die Kontrolleure von VHH, S-Bahn und HHA von Fahrgästen, die ohne Mund- und Nasenschutz unterwegs sind – sei es während der Fahrt oder auf dem Bahnsteig. „Die Strafe gilt im gesamten fahrkartenpflichtigen Bereich“, sagt Christina Sluga, Sprecherin der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH).

„Bei klaren Verstößen wird die Strafe erhoben“

Nach ihren Worten sollen die Mitarbeiter von Sicherheits- und Fahrkartenprüfdiensten der Verkehrsbetriebe mit Augenmaß vorgehen, etwa wenn ein Fahrgast nur kurz seinen Mundschutz hebt, um an seinem Getränk zu nippen: „Dann passiert nichts. Bei klaren Verstößen aber wird die Strafe erhoben, schließlich haben wir das lange genug im Voraus kommuniziert.“

Wenn’s ganz dumm kommt, zahlt man 190 Euro

Indessen führen unterschiedliche Corona-Verordnungen der Bundesländer dazu, dass Fahrgäste zweifach bestraft werden können. Anders als Hamburg hat Schleswig-Holstein Anfang dieses Monats landesweit ein Bußgeld von bis zu 150 Euro eingeführt für alle, die in Pflegeeinrichtungen, im Einzelhandel und im Öffentlichen Personennahverkehr keinen Mundschutz tragen. Folge: Wer in der S 21 aus Hamburg kommt, keinen Mundschutz dabei hat und deswegen in Bergedorf von S-Bahn-Kontrolleuren mit 40 Euro zur Kasse gebeten wird, kann ab Reinbek noch einmal von Ordnungshütern aus Schleswig-Holstein zu 150 Euro Bußgeld verdonnert werden. Dasselbe gilt für Fahrgäste, die in der S-Bahn nach Bergedorf ohne Mundschutz erwischt wurden und dann weiter mit dem Bus etwa nach Geesthacht fahren.

Vertragsstrafe und Bußgeld sind zwei paar Schuhe

„Bei unseren 40 Euro handelt es sich nur um eine Vertragsstrafe, ebenso wie beim Alkohol- und Rauchverbot, wo Verstöße mit demselben Betrag geahndet werden“, erklärt VHH-Sprecherin Sluga. Diese Strafen seien Bestandteil des Beförderungsvertrags, den Fahrgäste mit dem HVV eingehen, sobald sie sich im fahrkartenpflichtigen Bereich aufhalten. „Mit den Bußgeldern in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen hat das nichts zu tun, die können zusätzlich erhoben werden.“ In Niedersachsen gilt derzeit ein Bußgeld von 20 Euro ohne Maske in Bahn und Bus, eine Erhöhung auf 150 Euro ist im Gespräch.

Masken-Moral in Bahn und Bus gesunken

Die insgesamt 750 Kontrolleure der drei großen Verkehrsunternehmen legen laut S-Bahn-Sprecher Christoph Dross nun besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Maskenpflicht. S-Bahn und HHA haben den Kontrolldienst mit durchgängig je 30 eingesetzten Teams auf Volllast hochgefahren. Hochbahn-Chef Henrik Falk begründet die neue Strafe mit einer deutlich gesunkenen Masken-Moral in Bussen und U-Bahnen: „Wir hatten zuletzt 15 Prozent Fahrgäste, die keine Maske trugen oder deren Nase nicht bedeckt war – deutlich mehr als in den Vorwochen.“

Verkehrsbetriebe streichen das Strafgeld ein

Der Arbeitseifer der Maskenkontrolleure dürfte auch einen finanziellen Hintergrund haben. Denn die kassierten Strafen fließen laut Hochbahn-Sprecherin Constanze Dinse ohne weitere Abgaben in die Kassen der Verkehrsbetriebe: „Bei den coronabedingt gesunkenen Fahrgastzahlen ist das auch gerechtfertigt.“ Während des Lockdowns seien diese auf 30 Prozent gesunken, derzeit liegen sie bei 75 Prozent gegenüber vor der Krise.