Geesthang erhalten

Bürgerinitiative gegen die Ostumgehung

Team der Bürgerinitiative „Geesthang erhalten“: Andreas Kuttenkeuler, Kerstin Lemkemeier, Yvonne Heinen, Insa Zitouni sowie Unterstützer Wolfgang Bartsch (von links).

Team der Bürgerinitiative „Geesthang erhalten“: Andreas Kuttenkeuler, Kerstin Lemkemeier, Yvonne Heinen, Insa Zitouni sowie Unterstützer Wolfgang Bartsch (von links).

Foto: Privat

Gegenwind für die Bergedorfer Koalition: Bürgerinitiative kritisiert Pläne für neue Straße als „veraltet“.

Bergedorf. Der Bau der Bergedorfer Ostumgehung von Wentorf mitten durch den bewaldeten Elbhang bis hinunter zu einer dann neuen A-25-Anschlussstelle Speckenweg hat ab sofort einen Gegenspieler: Am Wochenende hat sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Geesthang erhalten“ gegründet.

„Mit dem im Mai erteilten Arbeitsauftrag der Bergedorfer Koalition aus SPD, Grünen und FDP an Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, die Chancen der Straße bei den Nachbargemeinden auszuloten, ist ein altes Thema neu in Schwung gekommen, das aus heutiger Sicht in die völlig falsche Richtung geht“, sagt Andreas Kuttenkeuler von der Bürgerinitiative. Deren Sprecherin Kerstin Lemkemeier findet noch deutlichere Worte: „Man schafft keine Verkehrswende, indem man Flächen eines Naherholungsgebietes versiegelt.“

„Tragfähiges Verkehrskonzept entwickeln“

Tatsächlich ging es der Bergedorf-Koalition mit ihrem Mehrheitsbeschluss in der Bezirksversammlung vor allem darum, die alltäglich langen Staus im Berufsverkehr auf der Wentorfer Straße abzubauen. Dafür aber bloß eine neue Straße zu bauen, hält die Bürgerinitiative für veraltet: „Die Metropolregion sollte gemeinsam ein tragfähiges Verkehrskonzept für die Zukunft entwickeln und umsetzen, statt nur den Individualverkehr umzulenken und so sogar noch neuen zu schaffen“, heißt es in der ersten Erklärung der Initiative. Sie wünscht sich stattdessen „einen guten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr“.

Ob das eine S-Bahnstation für Wentorf, mehr Buslinien oder ein Ausbau der Zugverbindung nach Geesthacht ist, bleibt offen. „Für konkrete Vorschläge ist es noch zu früh“, sagt Andreas Kuttenkeuler, der sich diese aber für die kommenden Monate durchaus vorstellen kann. „Es geht darum, moderne Konzepte für jene Verkehrsströme zu entwickeln, die durch die vielen Neubaugebiete in den Nachbargemeinden Bergedorfs entstehen.“

Weitere Mitstreiter gesucht

Sauer ist die Initiative darüber, dass die Bergedorfer das Thema Umgehungsstraße angeschoben haben, ohne zumindest die von einem Bau direkt betroffenen Gemeinden Wentorf und Börnsen zu informieren oder sie gar zu beteiligen. „Ein denkbar schlechter Start“, findet Kuttenkeuler.

Zum seinerzeit in der Bezirksversammlung gescheiterten Gegenvorschlag der CDU, statt der Ostumgehung die vorhandenen Straßenzüge von der B 207 bis zum Autobahnanschluss Curslack verkehrstüchtiger zu machen, will sich die Initiative derzeit nicht äußern. „Wir werden das in den nächsten Tagen diskutieren – hoffentlich noch mit vielen neuen Mitstreitern in unseren Reihen“, sagt Kuttenkeuler. Wer dazustoßen will, schickt eine E-Mail an geesthang-erhalten@t-online.de.