Einweihung

Bergedorf: Kupferhofterrassen können sich sehen lassen

Nach einem Jahr Bauzeit ist die Sitztreppe am Wasser fertig. Der Verein Bergedorfer Hafen ist zufrieden mit der Umsetzung.

Bergedorf.  Der Serrahn im Herzen Bergedorfs präsentiert sich fortan im neuen Gewand: Gestern wurden die neuen Kupferhofterrassen am CCB offiziell eingeweiht. Als Michael Wenk vom Verein Bergedorfer Hafen ans Rednerpult ging, nahm er die Zuhörer mit auf Zeitreise sechs Jahre in die Vergangenheit. „Wissen Sie noch, wie es damals hier aussah?“ Wenk spielte an auf das in die Jahre gekommene und mittlerweile abgerissene Lichtwarkhaus, den Woolworth-Komplex, der am Serrahn immer wie ein Fremdkörper wirkte, oder die Kornwassermühle, an welcher der Putz abblätterte. Das alles hat sich verändert oder ist im Wandel wie etwa mit dem Bau des neuen Körber-Hauses an der Holzhude. Fertig und für alle Bergedorfer nutzbar sind nun die neuen Kupferhofterrassen.

Damit sie so aussehen wie sie aussehen wurden 130 Kubikmeter Beton und 24 Tonnen Stahl verbaut,. Grüner Farbtupfer ist eine Felsenbirne. Finanziert wurde das Gesamtprojekt für 1,965 Millionen Euro aus RISE-Mitteln für Stadtentwicklung (1,115 Millionen Euro), dem Sanierungsfonds 2020 der Bürgerschaft (500.000 Euro) und dem Bezirksamt (300.000 Euro). Auf der „Serrahn-Traverse“ gibt es Holz- und noch viel mehr Stein-Sitzplätze mit Blick direkt aufs Wasser.

„Potenzial für einen Lieblingsort“

„Alles, was rund um den Serrahn gemacht werden musste, ist in den vergangenen Jahren auch angefasst worden“, lobt Michael Wenk und macht Appetit auf das Serrahn-Bild der Zukunft. Sein Verein Bergedorfer Hafen arbeitet aktiv an der Umsetzung der Stadtteilwerkstatt „Serrahn 2030“, die Kupferhofterrassen sind der erste Baustein davon.

„Anfangs war ich schon skeptisch, die Baustelle sah ja auch komisch und kompliziert aus“, erklärt Bezirksamtschef Arne Dornquast sein erstes Unbehagen, das sich aber schnell auflöste: „Mittlerweile sehe ich viele fröhliche Gesichter. Die Kupferhofterrassen haben das Potenzial für einen Lieblingsort.“ Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt findet diese Ecke Bergedorf mit dem Hafen besonders „identitätsstiftend und einladend, es lädt zum Verweilen und Genießen ein“.

Nächstes Ziel: Umgestaltung der Serrahn-Promenade

Und während sich die politische, wirtschaftliche und sonstige Lokalprominenz nach dem offiziellen Teil im Stehen unterhielt, ließ sich Birghild Böcker einfach mal aufs Sitzholz nieder. „Ich bin jeden Tag vorbeigekommen“, sagte die 1. Vorsitzende des Vereins Kulturhaus Serrahn, „ich werde hier demnächst häufiger meine Pause verbringen.“ Sitznachbarn Thomas Gerke wird wohl auch häufiger kommen: „Ist schön geworden, hoffentlich werden die anderen Projekte der Stadtteilwerkstatt auch so hübsch.“

Apropos: Das erste Resultat aus „Serrahn 2030“ kann sich sehen und sitzen lassen. Die rund 100 Teilnehmer der Stadtwerkstatt legten damals eine Prioritätenliste fest, die Kupferhofterrassen standen dabei ganz oben. Wenn im dritten Quartal 2021 dann der neue Hotel-Komplex vom Bergedorfer Bauherrn Tobias Derndinger steht, beginnt die Umgestaltung der Serrahn-Promenade vor dem historischen Kran mit Außengastronomie und Boulevard am Wasser. Weitere Punkte auf der Agenda sind die Aufhübschungen der Alten Holstenstraße und schlussendlich des Johann-Adolf-Hasse-Platzes. Wann hier die Arbeiten starten werden, ist aber noch ungewiss.