Diskussion geht weiter

Bezirksamt könnte schiefe Ecke des „Berger’s“ abkaufen

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Anne K. Strickstrock
Seit Montag hat Gastronom Mortaza Naseri das „Berger’s“ wieder geöffnet. Er würde sich freuen, wenn die Mauer begradigt würde.

Seit Montag hat Gastronom Mortaza Naseri das „Berger’s“ wieder geöffnet. Er würde sich freuen, wenn die Mauer begradigt würde.

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Bezirksamt Bergedorf will helfen und bietet der bisherigen Eigentümerin eine Sondernutzung an. Inhaberin will aber keinen Pachtvertrag.

Bergedorf. Die Mauerecke am Serrahn ist unverkennbar schief. Aber die Diskussion darüber nimmt kein Ende. Wie berichtet, sackt die Terrasse des „Berger’s“ ab. Folge: Gastronom Mortaza Naseri kann hier kaum noch eine volle Kaffeetasse auf den Tisch stellen. „Die Mauer hat große Löcher, das Wasser trägt hier nach und nach die Erde ab“, vermutet Heike von Heymann, Inhaberin des 1888 errichteten Hauses an der Alten Holstenstraße 64.

Nun gilt es indes die Frage zu beantworten, wer hier in der Verantwortung ist. Vom Bezirksamt entsandte Taucher konnten keine Unterspülung feststellen. „Jedenfalls haben wir alle Schutzmaßnahmen ergriffen. Der Baukörper ist nicht durch unser Wasser in Gefahr“, ließ sich Baudezernent Uwe Czaplenski von Fachleuten bestätigen. Er sieht die Verwaltung damit zumindest juristisch auf der wasserdichten Seite: „Die Eigentümerin muss selbst dafür sorgen, dass sie ihr schiefes Ding gerade zieht.“

Bezirksamt könnte die Ecke abkaufen

Dennoch sei man an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. So habe man angeboten, wie gewünscht eine Steinschüttung vorzunehmen: „Das würden wir machen, ändert aber nichts. Und dann soll sie aber unterschreiben, dass alles erledigt ist. Doch damit tut sie sich schwer“, so Czaplenski.

Nun kam indes eine neue Idee auf: Das Bezirksamt könnte der Eigentümerin die Ecke abkaufen, um die Boden- und Wasserhoheit zu erhalten und die Ecke zu begradigen. Damit könnte ein Problem ausgeräumt werden: Öffentliches Steuergeld auf einem privatem Grundstück zu investieren, sei nicht möglich, so der Baudezernent. „Ein Gutachter würde sodann einen Preis festsetzen, zu dem die Eigentümerin die Ecke von uns pachten könnte. Gegen eine kleine Summe ist die Sondernutzung öffentlichen Eigentums möglich.“

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Ein Pachtvertrag komme für sie nicht infrage, meint Heike von Heymann. Sie hat den Vorschlag des Bezirks anders verstanden: „Mir wurde gesagt, man wolle mir die ganze Kaimauer abkaufen. Im Gegenzug dürfe ich die Terrasse auf Pfählen erweitern. Jetzt warte ich auf nähere Infos der Verwaltung, damit ich ein Angebot einholen und die Terrasse aufständern lassen kann.“

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