Strecke nach Bergedorf

Hier fährt am 18. Juli wieder die S-Bahn

| Lesedauer: 3 Minuten
Der Fernbahnverkehr neben der S-Bahnstrecke wird durch die S-Bahn-Bauarbeiten nicht beeinträchtigt. Er verläuft im Abschnitt Rothenburgsort eingleisig. Am 18. Juli sollen über die beiden sichtbaren provisorischen Brücken dann die ersten S-Bahnen rollen.

Der Fernbahnverkehr neben der S-Bahnstrecke wird durch die S-Bahn-Bauarbeiten nicht beeinträchtigt. Er verläuft im Abschnitt Rothenburgsort eingleisig. Am 18. Juli sollen über die beiden sichtbaren provisorischen Brücken dann die ersten S-Bahnen rollen.

Foto: Thomas Voigt

Am 18. Juli geht die Bergedorfer S-Bahnstrecke der S 21 und S 2 wieder in Betrieb – über eine neue Behelfsbrücke in Rothenburgsort.

Bergedorf/Rothenburgsort. Mehr als 115 Jahre haben die beiden stählernen S-Bahn-Brücken täglich Dutzende von Zügen Richtung Bergedorf und Hamburg getragen. Seit gestern Nacht sind an der Haltestelle Rothenburgsort zwei provisorische Nachfolger montiert. Ein Spezialkran hob die vier Teile mit je 60 Tonnen Gewicht auf ihre ebenfalls provisorischen Widerlager. Über diese beiden Behelfsbrücken läuft der Verkehr der Linien S 21 und S 2, bis voraussichtlich im Mai 2022 die endgültige Brücke über die Straße eingehängt wird. Diese soll dann wieder mindestens 80, vielleicht auch 100 Jahre halten.

Bis zum Mai 2022 kein weiterer Streckenausfall

„Mit der provisorischen Brückenkonstruktion gelingt es uns, den Streckenausfall auf wenige Wochen zu beschränken“, erklärt Bauleiter Martin Völker. Unter den Behelfsbrücken erfolgt in den kommenden Monaten der aufwendige Bau der Pfahlkonstruktion mit Widerlagern für die finale Brücke über den Billhorner Deich. „Weil sie stärker gebaut ist als das Vorgängermodell von 1905, die Durchfahrtshöhe für die Straße aber bleiben soll, mussten wir die Gleise um 20 Zentimeter anheben“, beschreibt Bauleiter Völker. Mehr als 90 Tonnen zusätzlicher Schotter sorgt nun dafür, dass es künftig für die Züge auf jeweils 200 Metern Strecke vor Station und Brücke ein wenig bergauf und dahinter wieder bergab geht.

Dank Weichenkreuz Sperrung nur bis Tiefstack

Am nächsten Sonnabend, 18. Juli, soll der S-Bahnverkehr zwischen Berliner Tor und Tiefstack wieder rollen. Dreieinhalb Wochen Schienenersatzverkehr per Bus sind für die Fahrgäste dann ausgestanden. „Dem vor drei Jahren installierten Weichenkreuz zwischen Tiefstack und Billwerder-Moorfleet verdanken wir nun, dass wir die Strecke nur bis Tiefstack und nicht bis Bergedorf sperren mussten“, sagt S-Bahn-Sprecher Christoph Dross. Und Bauleiter Martin Völker verspricht: „Bis zum Mai 2022, wenn die endgültige Brücke kommt, wird es jetzt keine Streckensperrung mehr geben.“

Lesen Sie auch:

Bergedorf-Strecke: 120.000 S-Bahn-Kilometer ausgefallen

Neues Bahnsteigdach nach historischem Vorbild

Das liegt nicht etwa daran, dass die Vorarbeiten noch 22 Monate dauern. Vielmehr hat sich Hamburgs S-Bahn für 2021 ein komplettes Jahr ohne Streckenausfall verordnet. Anlass ist der Weltkongress „Intelligent Transport Systems“ (ITS) mit mehr als 10.000 erwarteten Besuchern, der im Oktober 2021 in Hamburg über die Bühne geht.

Bahnhof Rothenburgsort bald barrierefrei

Komplett neu errichtet wird in Rothenburgsort auch das Stationsgebäude. Das alte Gemäuer von 1905 ist – mit Ausnahme der Bahnsteige – bereits abgerissen. Die neue Station soll laut Projektleiter Maurice Schollen von der Deutsche Bahn Station & Service AG bis zum Frühjahr 2023 fertig sein, mit Chance auch schon etwas früher. Der S-Bahnhof wird mittels Aufzug barrierefrei, der bisherige fensterlose Kiosk auf Straßenniveau wandert nach oben auf den Bahnsteig und lässt durch üppige Glasfronten das Tageslicht hinein. „Das ursprünglich denkmalgeschützte Holzdach konnten wir nicht retten“, berichtet Projektleiter Schollen. „Es sollte eigentlich restauriert und dann wieder auf den Bahnsteig gesetzt werden.“ Doch dafür war es zu marode. Stattdessen wird nun ein neues, ebenfalls recht spitzwinkliges Holzdach errichtet.

Drei Brücken für 60 Millionen Euro

Eine zweite S-Bahn-Brücke über die Bille in Hammerbrook ist bereits erneuert, eine dritte über die Straße Bullerdeich steht bevor. Gesamtkosten 60 Millionen Euro.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf