Baustellen in Bergedorf

Fußgänger nehmen unbekümmert gesperrten Überweg

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Klaus Dieter Bott beklagt den ordnungswidrigen Andrang auf dem gesperrten Fußgängerüberweg.

Klaus Dieter Bott beklagt den ordnungswidrigen Andrang auf dem gesperrten Fußgängerüberweg.

Foto: Thomas Voigt

Keine Ausschilderung und ein gesperrter Überweg, bei dem die Ampel noch läuft: Chaos auf der City-Baustelle an der B5 in Bergedorf.

Bergedorf.  „Hier wird man ja richtig in die Falle gelockt“, ärgert sich Klaus-Dieter Bott (81) aus Bergedorf-Süd. Der Senior aus der Soltaustraße ging vorbei am Mohnhof und weiter auf der südlichen Seite der Bergedorfer Straße, wollte den Fußgängerüberweg Richtung Sachsentor nehmen. Der ist aber seit Donnerstag früh gesperrt.

Sperrung wurde am ersten Tag oft ignoriert

„Da hätte man doch am Mohnhof ein Schild aufstellen können, das auf die Sperrung hinweist“, meint Bott. „Wer das liest, kann dann gleich von dort die Überwege zum Sachsentor nehmen. Jetzt aber muss ich den ganzen Weg zurücklaufen.“ Diese Mühe macht sich aber nicht jeder. Am ersten Tag wurde die Sperrung permanent von Passanten ignoriert, die sich vorbei an den Absperrgittern ihren Weg diagonal über die Bergedorfer Straße bahnten – zwischen schweren Baufahrzeugen und dem auf zwei Spuren passierenden Autoverkehr hindurch. „Kann man nicht wenigstens zwei Polizisten hier aufstellen, die den Fußgängerverkehr regeln?“ fragt Klaus-Dieter Bott.

Polizei kann es nicht richten

„Kann man nicht“, sagt Bergedorfs Verkehrspolizeichef Axel Kleeberg. „Dafür haben wir zu wenig Personal.“ Und er gibt zu bedenken, dass die Bergedorfer Straße nicht die einzige ist, wo Fußgänger Barrieren durchbrechen: „An der Baustelle Habermannstraße haben wir dasselbe Problem, jeden Morgen und jeden Abend. Klar können wir hier wie dort immer mal Streifen hinschicken, die solche Ordnungswidrigkeiten ahnden. Aber wir können diese Punkte nicht dauerhaft überwachen.“

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Landesbetrieb Straßen ist zuständig

Und warum steht kein Schild am Mohnhof? „Das alles ist nicht unsere Baustelle“, erklärt Kleeberg, „sondern die vom Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG).“ Mit dem sei aber abgesprochen gewesen, dass eine Beschilderung die Passanten leiten soll. Der Verkehrspolizeichef will sich nun darum kümmern, dass das nachgeholt wird. „So ein getextetes Schild hat man aber nicht auf Lager, das muss ja eigens produziert werden.“ Sprecherin Annabel Schnepf vom LSBG: Annabel Schnepf vom LSBG: „Wir haben die Freigabe für das Zeitfenster der Baustelle spät erhalten. Die Beschilderung wird noch nachgeholt.“

( tv )

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