Frascatiplatz

Nun steht auch das Bergedorfer Oktoberfest vor dem Aus

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Christina Rückert
Feiern mit den „Wilderern“: Das wird es 2020 auf dem Frascatiplatz nicht geben.

Feiern mit den „Wilderern“: Das wird es 2020 auf dem Frascatiplatz nicht geben.

Foto: Foto / NEWS & ART

Großveranstaltungen bleiben verboten. Organisator Thomas Kock ist frustriert: „Es fehlt eine Strategie.“

Bergedorf. Die Planungen sind schon lange fertig: Ganz neue bayerische Bands sollten Mitte September beim Oktoberfest auf dem Frascatiplatz auf der Bühne stehen und dem Publikum im Festzelt einheizen. Bis zuletzt hatte Organisator Thomas Kock geplant, investiert und gehofft, dass das Fest zwar mit Auflagen, aber trotz Corona über die Bühne gehen kann. Doch gestern haben Bund und Länder verkündet, dass Großveranstaltungen mindestens bis Ende Oktober flach fallen sollen. So dürfte nun auch eines der letzten Feste gestrichen werden, das in Bergedorf 2020 überhaupt noch auf der Agenda stand.

Organisator Thomas Kock ist frustriert: „Menschen dürfen in einem Flugzeug zusammengepfercht in den Urlaub fliegen. Aber Theater müssen große Abstände einhalten und Großveranstaltungen bleiben verboten – das kann doch kein Mensch mehr verstehen“, meint er.

Ausnahmen sind unwahrscheinlich

Zwar ist es noch nicht klar, wie die Hansestadt Hamburg das Verbot für Großveranstaltungen definiert und ob es eventuell Ausnahmen gibt – wahrscheinlich ist dies aber nicht. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte sich am Mittwoch bereits zustimmend über eine Verlängerung geäußert: „Es ist auf jeden Fall wichtig, dass wir uns verständigen, dass Großveranstaltungen weiterhin entweder gar nicht oder nur unter sehr strengen Auflagen durchgeführt werden sollen“, sagte er der Presseagentur dpa. Es sei wohl sinnvoll „über den August hinaus keine Großveranstaltungen im klassischen Sinne in Deutschland“ zu veranstalten. Auch Oktoberfest-Organisator Thomas Kock rechnet nicht mit Hamburger Ausnahmen: „Sehr wahrscheinlich wird das Oktoberfest nicht stattfinden können“, resümiert er. Wohl am Freitag werde sein Team das final entschieden.

Hygieneauflagen mit der Corona-App erfüllen

Kock ist wütend, dass Bund und Länder keine Perspektiven aufzeigen, wie es für die Veranstaltungsbranche weitergehen soll. Die Organisatoren größerer Feste hätten längst Hygienekonzepte entwerfen können, wenn ihnen entsprechende Ausnahmegenehmigungen ab Ende August aufgezeigt worden wären, meint er. „Es gibt viele Möglichkeiten, auch für so ein Fest wie das Oktoberfest.“ Karten könnten beispielsweise nur online verkauft werden, zum Jahrmarkt könnte der Zutritt streng für Besitzer der Corona-App eingeschränkt sein („leicht zu kontrollieren“) und die Belüftung der Festzelte könnte optimiert werden. „Das ist wie draußen feiern nur mit Dach.“

„Es kommt eine Arbeitslosenflut auf uns zu“

Für ihn ist aber eine Strategie bei Bund und Ländern für Veranstalter generell nicht erkennbar. „Die Branche hat keine Lobby“, sei quasi mit einem monatelangen Berufsverbot belegt. Er ist überzeugt, dass günstige Kredite und Einmalzahlungen da kaum helfen: „Es kommt eine Arbeitslosenflut auf uns zu.“

Tatsächlich plagen viele Veranstalter die Sorgen weit über den Oktober hinaus: So haben sich die Organisatoren des Bergedorfer Weihnachtsmarktes bereits im Wirtschaftsausschuss erkundigt, wie bei einem möglichen Ausfall 2020 verfahren werden soll.

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