Wiedereröffnung

Corona-Lockerungen: Ansturm auf die Friseure

| Lesedauer: 2 Minuten
Bergedorf, Sachsentor, Friseur Thomas Horn mit Stammkundin Katja Müller (nach elf Wochen) unter Corona-Schutz

Bergedorf, Sachsentor, Friseur Thomas Horn mit Stammkundin Katja Müller (nach elf Wochen) unter Corona-Schutz

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Schnitt für Schnitt aus dem Krisenmodus: Doch Coiffeure und Kunden müssen strenge Regeln befolgen. Erste Sportarten wieder möglich.

Bergedorf. Seit gestern greift die nächste Lockerungsphase der Corona-Maßnahmen. Sie betrifft Teile des Sports, in Schleswig-Holstein den Einzelhandel – und überall können Friseure und ihre Kunden aufatmen: Nach sechs Wochen Zwangspause – umgerechnet in Haarwachstum rund zwei Zentimeter – darf seit gestern wieder frisiert werden. „Der Andrang ist riesig, auch wenn wir zunächst nur mit festen Terminen arbeiten dürfen“, sagt Thomas Horn, Friseur im Sachsentor. „Endlich kann ich meine Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen.“

Kollege Frank Steffen von der Rathausstraße in Geesthacht ergänzt: „Wir sind alle sehr glücklich, dass es endlich wieder losgeht. Dafür haben wir gern den Montag geopfert, der ja eigentlich Friseur-Sonntag ist.“ Bis die entstandenen Defizite aber ausgeglichen sind „wird es mindestens bis Jahresende dauern“. Eine erneute Schließung würden viele in der Branche kaum überleben.

Allen Kunden müssen die Haare gewaschen werden

Damit das nicht passiert, verändern zahlreiche verpflichtende Sicherheitsmaßnahmen derzeit jeden Besuch beim Friseur. Neben der Terminpflicht müssen allen Kunden jetzt erst die Haare gewaschen werden, bevor geschnitten, rasiert oder auch gefärbt werden darf. Zudem ist Mund-Nasen-Schutz Pflicht, zudem gibt es keine Warte-Bereiche mehr und natürlich ist Hand-Desinfektion beim Betreten des Salons Pflicht.

Begeistert sind Thomas Horn wie auch Frank Steffen vom großen Zuspruch, den sie in den vergangenen Wochen per Mail oder Telefon bekommen haben. „Es wurden sogar viele Gutscheine gekauft, bei uns allein in einem Gesamtwert von 2000 Euro. Das war finanziell wie emotional ein tolles Zeichen“, sagt Horn. Auch Steffen freut sich über die neue Wertschätzung seiner Branche: „Viele erkennen erst jetzt, wie wichtig Friseure sind.“

Golf- und Tennisplätze in Schleswig-Holstein wieder geöffnet

Aufatmen auch bei kontaktarmen Sportarten. Auf dem Gelände des Golf & Country Clubs Brunstorf begaben sich die ersten am Montag bereits um 6.30 Uhr auf das gepflegte Grün. Alle zehn Minuten starteten jeweils zwei Golfer.

Während auf den Tennisplätzen in Hamburg die Bälle noch nicht über die Netze flogen, durften die Spieler der TSG Bergedorf ihrem Sport nachgehen. Der Grund: Die Anlage liegt an der Marienburg in Wentorf und damit in Schleswig-Holstein. Einer der ersten Spieler war Erich Eder. „Ich fühle mich, als ob ich aus dem Gefängnis raus wäre“, sagte der TSG-Sportwart.

Noch zwei Tage gedulden müssen sich die Sportler des VfL Geesthacht. Am Donnerstag startet der Verein mit 32 Angeboten in die Outdoor-Saison.

( upb/olü Lokales )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf