Neues Format

So entsteht die Bergedorfer Zeitung für unsere Leser

| Lesedauer: 5 Minuten
Hinnerk Blombach
Das Bild zeigt unsere Redakteurin Isabella Sauer und ist Teil einer Collage, mit der wir uns bei unseren Lesern bedanken.

Das Bild zeigt unsere Redakteurin Isabella Sauer und ist Teil einer Collage, mit der wir uns bei unseren Lesern bedanken.

Foto: Isabella Sauer / BGDZ

Die Bergedorfer Zeitung wird etwas größer und moderner. Aus diesem Anlass blicken wir mal ein wenig hinter die Kulissen der Redaktion.

Bergedorf.  Es gibt ja diesen immer wieder zitierten Spruch, dessen Urheber gar nicht so richtig überliefert ist. Vielleicht ist es sogar der berühmte Volksmund, der ihn geprägt hat: „Schon merkwürdig, dass jeden Tag genau so viel passiert, wie in eine Zeitung passt.“ Er ist schon etwas älter, dieser Spruch. Und so richtig ernst gemeint ist er natürlich auch nicht. Aber die Frage, was warum wann und in welcher Größe den Weg in unsere Zeitung oder unsere digitalen Kanäle findet, wird auch uns immer wieder gestellt. Und so wollen wir den heutigen Tag, an dem Sie, liebe Leserinnen und Leser, das erste Mal Ihre Zeitung im neuen Format in den Händen halten, dazu nutzen, Ihnen das Entstehen unserer Produkte ein wenig näher zu bringen.

Die erste Planung wird häufig von der Realität überholt

Das Herzstück ist, wie es sich für eine Lokalzeitung im besten Sinne gehört, unsere Redaktion am Curslacker Neuer Deich in Bergedorf. Hier sitzt (in normalen Zeiten) der Großteil der Redakteure, hier laufen die Fäden zusammen, von hier aus wird die Produktion gesteuert.

Der Tag beginnt hier ganz klassisch, indem sich die „Blattmacher“ und Redakteure einen Überblick über die Nachrichtenlage verschaffen. Sie sichten E-Mails, Nachrichtenagenturen, Newsletter sowie soziale Netzwerke und natürlich auch viele andere Zeitungen und Onlinemedien. Die ersten Telefonate werden geführt, der Terminkalender aktualisiert, Treffen abgemacht. So steht schon zur ersten Konferenz um 9.45 Uhr ein grober Plan für die Themen des Tages. Dieser wird natürlich häufig bis zum späten Abend von der Realität überholt, sodass die morgens entwickelte Gestaltung am Ende des Tages ganz und gar anders aussieht. Das macht unsere Arbeit aber auch so spannend und abwechslungsreich.

Zu den Konferenzen treffen wir uns auch virtuell

Die Konferenzen werden mittlerweile (auch in Nicht-Coronazeiten) immer auch per Video abgehalten. Denn zur Lokalredaktion gehören ebenfalls die Kollegen in unserem Geesthachter Büro für die Berichterstattung aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Und in Ahrensburg sitzen weitere Kollegen, die uns mit Geschichten aus Stormarn versorgen. Sie alle sind dann am Bildschirm oder per Telefon in der Morgenkonferenz zusammengeschaltet, um die an diesem Tag geplanten Themen zu besprechen, aktuelle Entwicklungen weiterzugeben und die Platzierung und Gewichtung der Artikel zu diskutieren.

Wenn es gut läuft, sind wir in gut 20 Minuten mit dieser ersten großen Runde fertig. Im Anschluss daran machen sich die Reporter an die Arbeit, recherchieren, telefonieren, fahren zu Terminen, fotografieren – und schreiben.

Abstimmung mit den Kollegen in Hamburg und Berlin

Für die Blattmacher ist die Planung aber noch nicht zu Ende. Denn nun folgt die Abstimmung – ebenfalls per Video – mit den Kollegen aus den überregionalen Redaktionen. Die sitzen zum einen im Hamburger Haupthaus der Funke Mediengruppe am Großen Burstah. Dort entstehen die Geschichten aus den anderen Bezirken Hamburgs, aus Schleswig-Holstein sowie aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Sport.

In der großen Funke-Zentralredaktion an der Friedrichstraße in Berlin sitzen die Korrespondenten und Experten, die sich um die Bundespolitik und das Geschehen in aller Welt kümmern. Und auch die Wissenschaftsredaktion hat hier ihren Sitz. Ebenfalls aus Berlin kommen die Service-Seiten zu den Themen wie Reise, Immobilien, Beruf und Auto.

Die Gewichtung nach Relevanz ist unsere Dienstleistung

Nach den täglichen Morgenkonferenzen entstehen im Laufe des Tages nach und nach unsere Produkte. Zeitungsseiten werden gestaltet, Texte geschrieben, Fotos platziert. Wir aktualisieren und bauen um, wenn nötig. Am „Tisch“ in der Bergedorfer Redaktion werden zudem unsere digitalen Kanäle gesteuert und produziert: Welche aktuellen Nachrichten publizieren wir sofort online? Welche Artikel reichern wir mit zusätzlichen Bildern und Multimediaelementen an? Wie reagieren die Nutzer in den sozialen Medien? Welche Themen sollten wir wieder aufgreifen oder aktualisieren? Das sind nur einige der Entscheidungen, die im Laufe eines Tages getroffen werden müssen. Manches wird dabei größer als zunächst geplant, anderes muss schrumpfen oder, wenn es die Aktualität nicht verbietet, auf einen anderen Tag „geschoben“ werden. Um 20.30 Uhr geht die letzte Seite in den Druck.

Die Gewichtung der Themen, die Analyse und Einordnung des Geschehens nach Relevanz, Informations- und Unterhaltungswert sind es, die wir als zentrale Dienstleistung an unseren Lesern verstehen. Und so ist es dann am Ende des Tages tatsächlich etwas anders, als der Volksmund sagt: Denn es ist selbstverständlich deutlich mehr passiert, als in eine Zeitung passt. Aber wir versuchen täglich mit großem Engagement, die richtige Mischung für unsere Leserinnen und Leser in der gedruckten Zeitung und auf unseren digitalen Kanälen zu finden.

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