Verhaftet

Rentner getötet: Bergedorferin unter Mordverdacht

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Jan Schubert
Symbolfoto: Mitarbeiter der Spurensicherung und der Mordkommission bei der Arbeit.

Symbolfoto: Mitarbeiter der Spurensicherung und der Mordkommission bei der Arbeit.

Foto: Michael Arning

Im Mordfall Adolf P. (80) hat die Polizei eine Hauptverdächtige: die 43 Jahre jüngere Lebensgefährtin aus Bergedorf. Ging es um Geld?

Bergedorf. Hat diese deutlich jüngere Frau ihren Lebenspartner im Rentneralter eiskalt umgebracht? Die Mordkommission sieht in der Bergedorferin Corinna B. (Name geändert) die Haupttatverdächtige im Mordfall an dem 80 Jahre alten Adolf P. aus Hamburg-Lokstedt.

Der Senior war am 4. April tot in seiner Wohnung im siebten Stock eines Mehrfamilienhauses an der Julius-Vosseler-Straße aufgefunden worden. Seine 37 Jahre alte Freundin wurde nun am Montagnachmittag von der Polizei in ihrer Wohnung an der Bergedorfer Straße festgenommen.

Genaue Todesursache unklar

Adolf P. starb offenbar durch „Gewalteinwirkung gegen Kopf und Hals“, wie es seitens der Polizei heißt. Die Hinweise auf einen gewaltsamen Tod hatte die Obduktion durch die Rechtsmedizin ergeben. Genauso wie den vermutlichen Todeszeitpunkt des Rentners, der irgendwann zwischen dem späten Nachmittag des 2. April und der Mittagszeit des 3. April getötet wurde. Ob der Tod des 80-Jährigen beispielsweise durch Erwürgen eingetreten sei, bleibt ein Rätsel. Polizeisprecherin Nina Kaluza dazu: „Man kann nicht abschließend sagen, was die genaue Todesursache in diesem Fall ist.“

Die Polizei veröffentlichte zu dem Mordfall am 15. April einen Zeugenaufruf, wodurch die 43 Jahre jüngere Freundin des Mordopfers mehr und mehr ins Visier der Mordkommission geriet. Was genau sie verdächtig machte, verrät Polizeisprecherin Nina Kaluza nicht, aber: „Natürlich wird bei Mord das gesamte Umfeld überprüft, und dabei ist eben auch die Lebensgefährtin in unseren Blick geraten.“

Tablets und Handy sichergestellt

Trotz des ungewöhnlich großen Altersunterschieds: Die Bergedorferin und der Lokstedter sollen nach Angaben der Polizei bereits seit Jahren ein festes Liebespaar gewesen sein. Bei den weiteren Ermittlungen und den Vernehmungen der Hauptverdächtigen soll nun laut Nina Kaluza unter anderem überprüft werden, ob in dem Mordfall „eine finanzielle Interessenslage als ein mögliches Tatmotiv“ herhalten könnte.

Dazu erhofft sich die Mordkommission (LKA 41) nähere Hinweise aus mehreren Beweismitteln, die in der Wohnung von Corinna B. sichergestellt wurden. Dabei soll es vor allem um technische Geräte wie einen Tablet-Computer und das Handy der 37-Jährigen handeln, durch die sich unter anderem Gesprächs- und Mailverläufe nachvollziehen und auswerten lassen.

Derzeit gehen die Beamten davon aus, dass Corinna B. als Einzeltäterin ohne Unterstützung handelte. Sie sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

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