Hausarztzentrum

Coronavirus: Etwa jeder Zehnte positiv getestet

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Ulf-Peter Busse
Das neue Testzentrum Bergedorf ist gestartet Am Schilfpark - bitte alle Kennzeichen weg!!!!

Das neue Testzentrum Bergedorf ist gestartet Am Schilfpark - bitte alle Kennzeichen weg!!!!

Foto: Christina Rückert / BGZ / Christina Rückert

Verdachtsfälle lassen Bergedorfs Hausärzte im eigenen Zentrum testen. Das hat die erste Woche seines Betriebs nun hinter sich.

Bergedorf. Nach gut einer Woche zieht Gregor Brinckmann ein positives Fazit des Corona-Testzentrums der Bergedorfer Hausärzte. „Wir haben jetzt gut 100 Patienten getestet. Darunter waren etwa zehn Prozent positive Abstriche“, sagt der 52-jährige Initiator des Projektes, der selbst Hausarzt mit Praxis am Reetwerder ist. „Die Dienstpläne stehen. Wir Bergedorfer Mediziner leisten unsere Arbeit im Testzentrum auf dem Firmenparkplatz an der Straße Am Schilfpark ehrenamtlich.“

Jeweils ein Arzt und eine Arzthelferin sind werktags von 15 bis 18 Uhr vor Ort, damit die von Bergedorfs Hausärzten überwiesenen Patienten mit Coronaverdacht den Abstrich unter ihrer Aufsicht hier selbst machen. „Dazu ist es für alle zu Testenden Pflicht, selbst im Auto vorzufahren“, betont Brinckmann. „Das hat in der ersten Woche ausgezeichnet geklappt. Fast alle Patienten haben sich an die vorgesehenen Abläufe gehalten. Das von Gesundheitsbehörde und Kassenärztlicher Vereinigung im Vorfeld befürchtete Chaos, mit dem sie unser Testzentrum beinahe verhindert hätten, ist ausgeblieben.“

Praxen von Corona-Verdachtsfällen entlastet

Erreicht wurden dagegen die wichtigesten beiden Ziele der Ärzte: Das zentrale Testen hat die Praxen vom Ansturm der Corona-Verdachtsfälle entlastet. Zudem wird deutlich weniger Schutzkleidung verbraucht, weil die Abstriche im Auto vom Patienten selbst, ohne direkten Kontakt mit dem Arzt genommen werden.

Trotz dieser Erfolge warnt Gregor Brinckmann davor, die Coronatests und ihre Ergebnisse als 100 Prozent sicher wahrzunehmen. „Sie sind nur vom dritten bis etwa sechsten Tag nach der Infektion wirklich aussagekräftig. Und auch bei negativem Ergebnis heißt das nicht, dass das Virus grundsätzlich an diesem Patienten vorbeigegangen ist“, sagt der Mediziner. Erst wenn 60 bis 70 Prozent der Menschen etwa in Deutschland tatsächlich infiziert waren, spreche man von Durchseuchung, also der Immunisierung der Gesellschaft gegen Corona.

„Da müssen wir durch. Auch mit dem erhofften Impfstoff“, so Brinckmann. Selbst wenn es gelinge, das perfekte Serum zu entwickeln, werde das nicht die Ansteckung verhindern, sondern nur Dauer und Hefigkeit der Erkrankung reduzieren. „Das Fatale an der jetzigen Isolation ist, dass wir die Dauer der Epidemie in die Länge ziehen und ihre Nebenwirkungen immer gefährlicher werden. So steigt bereits jetzt die Zahl der Thrombosen wegen Bewegungsmangel.“

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