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„Omas gegen Rechts“ machen in Bergedorf mobil

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Mit Haltung und Lebenserfahrung gegen Rechts: Karina Korth.  

Mit Haltung und Lebenserfahrung gegen Rechts: Karina Korth.  

Foto: Jan Schubert

Regionalgruppe für Sachsenwald und Bergedorf sucht Mitstreiter. Idee entstand während AfD-Veranstaltung im Reinbeker Schloss.

Reinbek/Bergedorf. Großmütter machen mobil gegen faschistische Tendenzen, Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzungen. Nun auch im Sachsenwald und in Bergedorf: Im März 2020 wird sich im Reinbeker Jürgen-Rickertsen-Haus eine weitere Regionalgruppe „Omas gegen Rechts“ gründen.

Zu den Initiatorinnen gehören die gebürtige Bergedorferin und jetzt Reinbekerin Karina Korth (60) und Ina Hoffmann (63) aus Glinde, die 2018 mit zum Gründungsteam der „Omas gegen Rechts Hamburg“ gehörte. Die Glinderin kämpfte in der Vergangenheit fünf Jahre lang gegen den Thor-Steinar-Laden in ihrer Stadt. Karina Korth ist pensionierte Verwaltungsbeamtin der Sozialbehörde und engagiert sich jetzt unter anderem in der Flüchtlingshilfe und im Verein „Bergedorfer für Völkerverständigung“.

Gefährliche Parolen an Geburtstagstischen

Doch das genügte der 60-Jährigen nicht – spätestens in dem Moment nicht mehr, als am 15. Januar der Vorsitzende der AfD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, Jörg Nobis, auftrat. Vor dem Reinbeker Schloss protestierte Korth gemeinsam mit Ina Hoffmann und der Bergedorferin Therese Ziesenitz-Albrecht gegen die AfD-Veranstaltung und führte gleich das Gründungsgespräch für ihre „Omas gehen Rechts“ (Kontakt: 0171/585 18 09).

Ziel der Gruppe sei es, ,„uns draußen, unsere Gesichter und unsere Haltung gegen rechts zu zeigen“, sagt Karina Korth. Sie möchte viele Mitglieder gewinnen, die rechtsextreme Aktionen öffentlich kommentieren und dagegen angehen. „Wenn man ,Oma gegen Rechts’ ist, kann man nicht still sitzen, wenn einer am Geburtstagstisch meint, dass die AfD mit ihren Parolen grundsätzlich recht habe. Wir müssen aufpassen: Fremdenfeindliche Äußerungen werden wieder gesellschaftsfähig“, warnt Karina Korth. Omas wie sie hätten „ein positives Image“, ihr Einsatz für die Demokratie werde aufgrund ihrer Lebenserfahrung ernst genommen.

Proteste auf Lohbrügger Markt und vor Hamburger Rathaus

Erste Auftritte hat die noch nicht gegründete Gruppe schon gehabt: So etwa am 8. Februar auf dem Lohbrügger Markt, als öffentlich gegen einen AfD-Infostand demonstriert wurde. „Spontan haben sich 20 Interessierte auf einer Unterschriftenliste eingetragen“, berichtet Korth. Zuletzt war die 60-Jährige mit anderen am vergangenen Wochenende bei der Menschenkette der Hamburger „Omas gegen Rechts“ vor dem Rathaus mit 1200 Teilnehmern dabei.

Die „Omas gegen Rechts“-Idee entstand 2017 in Österreich, dort gibt es in jeder größeren Stadt eine Gruppe wie nunmehr in Deutschland auch. Allein in Norddeutschland existieren bereits 26 Regionalgruppen.

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