Polizei

Verkehrsstatistik: Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte

| Lesedauer: 3 Minuten
Bei diesem Unfall am 25. Dezember 2019 auf der A25-Ausfahrt Bergedorf wurde der Fahrer verletzt. Meist blieb es 2019 aber bei Sachschäden, wenn es auf Bergedorfs Straßen krachte.

Bei diesem Unfall am 25. Dezember 2019 auf der A25-Ausfahrt Bergedorf wurde der Fahrer verletzt. Meist blieb es 2019 aber bei Sachschäden, wenn es auf Bergedorfs Straßen krachte.

Foto: Foto / Leimig

Meist blieb es 2019 auf Bergedorfs Straßen bei Blechschäden. Trotzdem schaut die Polizei nach Unfallbrennpunkten - und wo es Änderungen braucht.

Bergedorf. Es hat wieder etwas häufiger gekracht auf Bergedorfs Straßen: Die Zahl der Unfälle im Bezirk ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen – von 3318 auf 3342. Wie aus der gestern vorgelegten Unfallstatistik hervorgeht, blieb es jedoch – in Bergedorf und auch hamburgweit – meist bei Blechschäden. Denn die Zahl der Verunglückten sank trotz gestiegener Unfallzahl. Im Bezirk sogar um etwa 20 Prozent.

Nur die Zahl der Leichtverletzten nahm leicht zu (von 443 auf 459), die der Schwerverletzten sank in Bergedorf von 90 auf 70. Getötet wurde 2019 kein Mensch im Bergedorfer Straßenverkehr – nach einem Unfalltoten 2018.

Manche Unfälle fließen erst später in die Statistik ein

Insgesamt positive Zahlen, die allerdings auch immer eine gewisse „statistische Ungenauigkeit“ beherbergen, sagt Bergedorfs Verkehrspolizeichef Axel Kleeberg. Denn manche Unfälle fließen erst später in die Statistik ein, zum Beispiel, weil ein Fall noch nicht abgeschlossen ist. „Doch der Trend ist da“: Weniger Menschen werden bei Unfällen verletzt. Dass das so ist, kann auch die Polizei schwer begründen. Manchmal liege es einfach daran, dass sich zwar viele, aber kaum schwere Unfälle ereignen, so Kleeberg, „etwa, wenn es irgendwo eine größere Staulage gibt und langsamer gefahren wird“.

Obwohl die Statistik also auch immer eine Momentaufnahme ist, schaut die Verkehrsabteilung jedoch genau hin, um mögliche Unfallschwerpunkte zu erkennen. „Momentan haben wir so etwas aber nicht unbedingt“, sagt Kleeberg. Auf der Bergedorfer Straße/B 5 in Höhe Boberg krachte es früher häufig, „aber da haben wir nachgebessert“, stellt der Verkehrspolizeichef fest. So wurde 2019 die Höchstgeschwindigkeit auf der B 5 zwischen Lohbrügger Landstraße und Heidhorst von 70 auf 60 herabgesetzt. „Wir haben einfach festgestellt, dass die Autos sonst zu schnell in Boberg einfahren.“ Nun „rutsche“ der Verkehr auch dank der Ampelschaltung viel besser.

Tempo 30 auf einem Stück der Lohbrügger Landstraße

Weitere Änderungen sind in Planung: So gab es Bürgerbeschwerden für die Lohbrügger Landstraße, Höhe Lohbrügger Kirchstraße. Viele Autos würden das Vorrecht der Fußgänger auf den beiden Zebrastreifen missachten. „Da gab es zwar nicht viele Unfälle, aber weil dort auch viele Kinder und Senioren unterwegs sind, reagieren wir schnell“, so Kleeberg: Künftig soll dort Tempo 30 gelten. Eine entsprechende Anordnung bekommen diesen Montag die Politiker des Verkehrsausschusses zur Kenntnis. „Das werden wir nach einer gewissen Eingewöhnungszeit auch kontrollieren“, kündigt Axel Kleeberg an.

Für dieses Jahr geplant ist auch das Entschärfen einer unfallträchtigen Einmündung: Beim neuen Wohngebiet „Schilfpark“ soll, zunächst behelfsmäßig, eine Ampel errichtet werden. Dort ist es für Linksabbieger aus der Straße Am Schleusengraben kaum möglich, in den viel befahrenen Curslacker Neuen Deich abzubiegen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf