Bergedorfer Schlossstraße

Eine Fußgängerzone „light“ für die Bergedorfer City?

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Die Bergedorfer Schlossstraße vom Vinhagenweg aus betrachtet: Wird sie temporär zur Fußgängerzone?

Die Bergedorfer Schlossstraße vom Vinhagenweg aus betrachtet: Wird sie temporär zur Fußgängerzone?

Foto: Thomas Voigt

Die Prüfung der autofreien Idee kommt kaum voran. Die CDU hingegen möchte einen einfachen Trick anwenden, um Autos aus der Straße zu holen.

Bergedorf. So richtig kommt das Projekt nicht voran: Seit Herbst prüft das Bezirksamt auf Wunsch der Politik den Plan, den oberen Teil der Bergedorfer Schlossstraße – ab Chrysanderstraße bis zur Einfahrt des Sachsentor-Parkhauses – testweise zur Fußgängerzone zu machen. Nun stellte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast im Hauptausschuss die Zwischenbilanz vor. Doch die ist eher mager, denn: „Es ist nicht so einfach“, stellte er fest.

Bereits am 5. April soll das Projekt starten und bis September laufen. Doch konkret sind nur die Bedenken der Polizei: Die geplante Änderung der Verkehrsführung – weil beispielsweise mehr Verkehr über den Vinhagenweg rollen müsste – und der Wegfall von 60 Parkplätzen seien vor allem für die kurze Dauer des Vorhabens sehr aufwendig. Auch das Bezirksamt meint: Eine „angemessene Planungsphase“ sei wichtig, vieles nicht so schnell umsetzbar. Zumal Vergleiche wie die mit einem erfolgreichen Projekt in der Hamburger City nur bedingt taugen: „Anders als dort wohnen hier auch eine Menge Menschen. Das macht es kompliziert“, so Dornquast.

Er wolle das Projekt „nicht kaputtreden“, meinte der Bezirksamtsleiter – gab aber zu, dass er zunächst eine „kleine Lösung“ favorisieren würde: den Wegfall einiger Parkplätze an der Schlossstraße beispielsweise, Außengastronomie auf einem Holzpodest im sonnigen Bereich, mehr Aufenthaltsqualität.

Die weitere Diskussion im Hauptausschuss wurde allerdings durch die CDU gebremst, die einen ganz neuen Vorschlag ankündigte: „Wir melden einen Antrag für die Bezirksversammlung an“, so Jörg Froh. Die CDU habe mit vielen Bürgern, Kunden, Geschäftsleuten sowie anderen Betroffenen gesprochen und hoffe nun auf Unterstützung ihres „guten Vorschlags“.

80 Prozent des Durchgangsverkehrs könnte wegfallen

Dieser sieht eher eine Fußgängerzone „light“ vor. Punkt eins: Die Einbahnstraße im Vinhagenweg wird umgekehrt, also von der Chrysanderstraße in Richtung Bergedorfer Schlossstraße geführt. Zweitens: Der Bereich der geplanten Fußgängerzone bleibt für Autos befahrbar, jedoch in anderer Richtung. Der Clou: Dadurch könnten laut CDU etwa 80 Prozent des Durchgangsverkehrs wegfallen, da diese Richtung Autofahrern keine Vorteile oder Abkürzungen bietet. Gleichzeitig bliebe Platz für Lieferanten und Co. Zugleich solle eine Tempo-20-Zone kommen.

( cr )

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