Im Supermarkt

Kundin (22) mit zwei falschen 50-Euro-Noten

Gefälschte 50-Euro Banknoten sind im vergangenen Jahr vermehrt in Umlauf gebracht worden.

Gefälschte 50-Euro Banknoten sind im vergangenen Jahr vermehrt in Umlauf gebracht worden.

Foto: Fabian Sommer / picture alliance / Fabian Sommer/dpa

Auch in Lohbrügge sind jetzt falsche 50-Euro-Scheine aufgetaucht – nach einer eruopaweiten Polizeirazzia gegen Banknotenfälscher Ende Dezember.

Lohbrügge. Die Kassiererin im Rewe-Markt am Binnenfeldredder stutzte, als eine 22-jährige Kundin aus Bergedorf ihr einen 50-Euro-Schein in die Hand drückte, mit dem sie ihre Einkäufe für 15 Euro bezahlen wollte. Der Schein fühlte sich anders an als üblich. Ein kurzer Check im Testgerät ergab, dass es sich um eine Fälschung handelte. Der Ladendetektiv führte die Kundin in sein Büro, verständigte die Polizei.

Zweite „Blüte“ in der Tasche

Die eingetroffenen Beamten stellten fest, dass die Kundin noch einen zweiten gefälschten 50-Euro-Schein mit sich führte. Sie nahmen die Personalien der Frau auf, erstatteten Anzeige, ließen sie dann gehen. Die Falschgeld-Ermittlungsstelle der Hamburger Kriminalpolizei untersucht jetzt die beiden Blüten und gibt der 22-jährigen Kundin Gelegenheit zu erklären, wie sie in den Besitz der gefälschten Banknoten gelangt ist.

Europaweite Polizei-Razzia

Wenige Tage vor Weihnachten waren Ermittler mit einer europaweiten Razzia gegen die Verbreitung von Falschgeld vorgegangen. In Deutschland gab es laut Bundeskriminalamt (BKA) Durchsuchungen bei Tatverdächtigen in neun Bundesländern. Die Verdächtigen sollen im Darknet Falschgeld erworben haben. Durchsuchungen fanden demnach auch in sechs weiteren EU-Staaten statt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ließ mit Unterstützung des BKA die Wohnungen von 20 Tatverdächtigen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein durchsuchen. Unter der Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und der Staatsanwaltschaft Köln wurden außerdem die Wohnungen von jeweils vier Tatverdächtigen in Bayern und Nordrhein-Westfalen durchsucht.

Ankauf von Falschgeld aus dem Darknet

Europaweit kam es den Angaben zufolge zu Razzien in Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Irland, Österreich und Spanien. Koordiniert wurden die europaweiten Durchsuchungsmaßnahmen von der europäischen Polizeibehörde Europol. Die Verdächtigen im Alter von 15 bis 59 Jahren werden verdächtigt, von Dezember 2018 bis Juli 2019 auf illegalen Handelsplattformen im Darknet sowie über verschlüsselte Messengerdienste Falschgeld erworben zu haben.

Herstellung der „Blüten“ in Portugal

Die mutmaßlichen Käufer in Deutschland sollen sich 10- und 50-Euro-Scheine beschafft haben. Die bereits im Juli 2019 lokalisierte Herstellungsstelle für das Falschgeld lag den Angaben zufolge im portugiesischen Catanhede. Fünf mutmaßliche Hersteller und Verkäufer von Falschgeld wurden demnach in Portugal und Kolumbien festgenommen.