DLRG im Serrahn

Traditionelles Anbaden bei vier Grad im Hafenbecken

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Ein Surfbrett als schwimmende Bar: Kakao und Glühwein wärmen die Rettungsschwimmer im Hafenbecken auf.

Ein Surfbrett als schwimmende Bar: Kakao und Glühwein wärmen die Rettungsschwimmer im Hafenbecken auf.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorfs DLRG demonstriert ihre Einsatzbereitschaft: 23 Retter wagten am Neujahrstag wieder den Sprung ins kalte Serrahn-Wasser.

Bergedorf. Neopren-Anzüge mussten es schon sein: Gerade mal vier Grad misst die Temperatur im Bergedorfer Hafenbecken. Mit großem Gejohle sprangen am Neujahrstag 23 Lebensretter der Bergedorfer DLRG hinein, dazu drei Triathleten von der TSG. Sie ließen sich von etwa 400 Schaulustigen beim „Anbaden“ bejubeln, freuten sich anschließend über heißen Kakao, Glühwein und Suppe.

Fast 4000 Arbeitsstunden

DLRG-Chef Arne Schicke kann richtig stolz auf seine 60 Aktiven sein, die im vergangenen Jahr 3988 Einsatzstunden leisteten. Sie betreuten Ruderregatten, den Triathlon und den Hamburger Hafengeburtstag, schleppten im Hohendeicher See Boote und Surfbretter ab. Zudem mussten am See 72 Badende erstversorgt werden.

Als größere Hilfen erinnert Einsatzleiter Markus Klampe einen Selbstmörder, der in der Dove-Elbe ertrunken ist, sowie einen Mann, der von einer Barkasse am Niederbaum gesprungen war. Und natürlich waren die Retter auch ehrenamtlich im Einsatz, als der Verein „Bergedorfer Hafen“ im September dazu aufgerufen hatte, das Hafenbecken zu säubern: Unmengen an Müll, Einkaufswagen, Absperrgitter und acht Fahrräder waren die „Beute“ der Taucher.

Neue Mitglieder stets willkommen

Von der ersten Wassergewöhnung für Kleinkinder bis zum Rettungsdienst sind die Aufgaben der DLRG breit gestreut. „Aber durch Studium, Umzug oder Liebe fallen auch immer mal welche weg, wir könnten gern neue Mitglieder aufnehmen“, sagt Schicke und verweist auf die Jugendarbeit des Vereins. Für 2020 ist durch die Kooperation mit „Nivea“ zudem eine neue Aktion geplant: Erzieher aus Kindergärten werden aufgefordert, sich als Retter ausbilden zu lassen, „damit sie mit den Kleinen auch mal schwimmen gehen können“, so Schicke.

Hoffen auf neuen Einsatzwagen

Noch im Januar möge sich ein großer Wunsch erfüllen, hofft der DLRG-Chef, denn „beim Unwetter am Himmelfahrtstag 2018 ist uns ein Einsatzwagen abgesoffen, aber die Hersteller konnten bis heute noch keinen neuen liefern“. Der Sprinter muss natürlich speziell umgebaut werden, damit die Rettungsgeräte an Bord passen, sich Taucher und Strömungsretter umziehen können, es viele Staumöglichkeiten gibt.

Gratis-Training im Fitness-Studio

Nicht zuletzt freuen sich die Sportler über ein anderes Geschenk: Das Fitness-Studio „Persystema“ am Weidenbaumsweg hat allen erwachsenen Rettern einen Vier-Wochen-Gutschein geschenkt, damit sie kostenlos trainieren können. „Das ist gerade jetzt im Winter supertoll“, bedankt sich Arne Schicke.

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