Gegen Pendler

Neue Parkscheibenregelung auf dem Lohbrügger Markt?

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Nach Willen der Bergedorfer CDU soll auf dem Lohbrügger Markt eine neue Parkscheibenregelung eingeführt werden.

Nach Willen der Bergedorfer CDU soll auf dem Lohbrügger Markt eine neue Parkscheibenregelung eingeführt werden.

Foto: Jan Schubert

Dauerparker nerven Anlieger, Kunden und Patienten. Nun soll eine Regelung kommen, welche die Höchstparkdauer auf vier Stunden beschränkt.

Lohbrügge.  Eigentlich ist er der zentrale Platz in Lohbrügge, um sein Auto kostenlos für den entspannten Bummel durch die Alte Holstenstraße oder für einen Arzttermin abzustellen. Das Problem: Anlieger beobachten vermehrt, dass der rund 140 Stellplätze (plus zehn Plätze für die Feuerwehr) bietende Lohbrügger Markt sich zum Pendlerparkplatz entwickelt hat. Manche stehen dort acht Stunden und länger, lassen Kunden und Patienten bei der Suche nach freien Stellplätzen verzweifeln. Dem möchte die Bergedorfer CDU nun entgegenwirken: Sie fordert die Einführung einer Parkscheibenregelung für vier Stunden, um Dauerparken zu verhindern.

Auto abstellen, mit Bus und Rad weiter zur Arbeit

„Wir haben viele konkrete Beschwerden“, sagt Julian Emrich aus der CDU-Fraktion. „Für Pendler, die von dort aus zur Arbeit wollen, ist der Lohbrügger Markt nicht gedacht.“ Teilweise wurde Emrich und Parteikollegen mitgeteilt, dass Pendler ihr Auto abstellen, um ihren Arbeitsplatz per Bus oder mit einem am Marktplatz abgestellten Fahrrad zu erreichen. Das gelte, so Augenzeugen, auch für Hauni-Mitarbeiter, die offenbar auf dem Firmen-Parkplatz an der Kurt-A.-Körber-Chaussee nicht unterkommen würden.

Auf dem Lohbrügger Markt gilt – außer an den Markttagen Mittwoch und Sonnabend – freies Parken. Bis auf eine kleine Ausnahme: Für zwölf Stellflächen nah der Leuschnerstraße gilt eine Kurzzeitregelung (eine Stunde mit Parkscheibe). Die anderenorts gültige Parkscheibenregelung für zwei Stunden ist aus der Sicht von Julian Emrich „ein bisschen zu knapp“ bemessen, „wenn ich mir einen Arzttermin mit Wartezeit oder Shopping mit einem anschließenden Essen vorstelle“.

CDU: Frascatiplatz, P+R sowie Parkhäuser sind Alternativen

Die CDU verweist darauf, dass in der Umgebung doch genug Parkraum für Pendler zur Verfügung stehe. Etwa auf dem ebenfalls kostenfreien Frascatiplatz oder eben in P+R- und Parkhäusern.

„Der Lohbrügger Markt soll gebührenfrei bleiben, aber eben nur für vier Stunden“, fordert Julian Emrich, „das ist eine Lösung, die großzügiges Parken erlaubt, gleichzeitig aber Pendler einschränkt.“ Die Bergedorfer Polizei müsste diese Regelung anordnen und kontrollieren. Die Beamten sind nach ersten Gesprächen mit der Politik der Idee gegenüber angeblich nicht abgeneigt.

Antrag für die Bezirksversammlung

Auch bei denen, die dringend einen kostenfreien Parkplatz benötigen, stößt der Vorschlag auf Zustimmung: „Ich finde die Idee gut“, sagt etwa Helga Herrmann. Wöchentlich besucht sie ein Reha-Zentrum in der Alten Holstenstraße. Für die Reinbeker Rentnerin wäre ein kostenfreier Stellplatz fußläufig ideal, aber: „Manchmal ist hier nachmittags alles zugeparkt.“

Der Antrag wird in der letzten Bezirksversammlung des Jahres 2019 am Donnerstag (18 Uhr, Rathaus, Wentorfer Straße 38) debattiert.

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