Bürgerbeteiligung

Geesthacht - Bergedorf: Wo soll Fahrradautobahn verlaufen?

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So stellt sich die Metropolregion Hamburg den Nahverkehr der Zukunft vor: Die Fahrrad-Autobahn verläuft direkt neben dem Bahn-Gleis. Ein Vorbild für Geesthacht und die erhoffte Reaktivierung der AKN-Trasse?

So stellt sich die Metropolregion Hamburg den Nahverkehr der Zukunft vor: Die Fahrrad-Autobahn verläuft direkt neben dem Bahn-Gleis. Ein Vorbild für Geesthacht und die erhoffte Reaktivierung der AKN-Trasse?

Foto: Metropolregion Hamburg

Nächster Planungsschritt für die Radautobahn, bei dem die Bürgermeinung erwünscht ist: Planer wollen von Ortskenntnissen der Gäste profitieren.

Bergedorf. Es ist eine weitere Chance, Ideen, Vorschläge und Kritik an dem geplanten Radschnellweg zwischen Geesthacht und Hamburg einzubringen: In einem Workshop wollen Vertreter des Kreises Herzogtum Lauenburg, der Hamburger Wirtschaftsbehörde (BWVI) und des Bergedorfer Bezirksamts am Donnerstag, 24. Oktober, im Zeighaus der Stadtteilschule Bergedorf (GSB, Ladenbeker Weg 13) gemeinsam mit Bürgern die ideale Trasse für die Strecke zwischen Geesthachter Pumpspeicherbecken und Rothenburgsort nahe der S-Bahnstation Tiefstack finden.

Der Workshop baut auf den Vorarbeiten des Planungsbüros und der vierwöchigen Online-Beteiligung auf, die von der Metropolregion Hamburg organisiert wurde, und stellt diverse Trassenführungen vor und zur Diskussion. „In Kleingruppen werden in den Workshops einzelne Abschnitte betrachtet. Da kann sich jeder einbringen“, sagt Marion Köhler, Pressesprecherin der Metropolregion.

Pendler können ihre Reichweiten steigern

Wenn er das nicht schon getan hat: 1500 mal wurde auf die Internetseite mit der Strecke Geesthacht–Hamburg (30 Kilometer lang) zugegriffen, 70 Kommentare zu Punkten wie Streckenverläufen, Konfliktstellen oder Attraktivität der Strecke abgegeben. „Inhaltlich sehr gut und hilfreich“, urteilt die Projektkoordinatorin für die Radschnellwege, Susanne Elfferding.

Und sie liefert ein Beispiel: „Der Brookdeich wurde als Verbindungsweg öfter genannt, eine zwar kleine, aber gut befahrbare Straße.“ Gerade Bergedorf biete zudem einige vorteilhafte Voraussetzungen in Bezug auf den Anschluss an den Öffentlichen Nahverkehr: „Es gibt am Bahnhof die Radstation.“ Mit einem Radschnellweg, der dort hinführen würde, können Pendler ihre Reichweiten steigern, sei es auf dem Weg zur Arbeit oder zu Bussen und Bahnen.

Auf breitem Radweg fährt jeder ganz entspannt

Ein paar wesentliche Voraussetzungen für die Strecken gibt es: Die Radschnellwege sollen an das Veloroutennetz der Stadt Hamburg anschließen – für Bergedorf und den Bezirk Hamburg-Mitte wäre das der Fall mit der Veloroute 9. Die Trasse soll möglichst „unterbrechungsfrei“ sein, möglichst keine Stopps an Ampeln beinhalten. Dafür soll die Piste eher über Brücken, Tunnel oder Fahrradstraßen führen. „Die Wege werden so breit angelegt sein, dass ein Überholen jederzeit möglich ist und jeder entspannt in seinem Tempo unterwegs sein kann“, sagt Marion Köhler. Im Idealfall soll die Piste vier Meter breit sein, das sei laut Köhler aber nicht überall erreichbar.

Der Radschnellweg Geesthacht–Hamburg gehört zu den neun Routen, die sternförmig das Radwegenetz in der Metropolregion ergänzen könnten. Dafür wird zurzeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, sie soll voraussichtlich für alle Radstrecken im Sommer 2020 vorliegen.

Äußerst erwünschte Ortskenntnisse

Die Planer weisen noch einmal auf das hohe Gewicht der Vor-Ort-Beteiligung an der GSB hin: „Die Bergedorfer und Gäste aus den umliegenden Städten kennen Abkürzungen und besitzen Ortskenntnisse, die das Planungsbüro so im Detail nicht hat“, sagt Susanne Elfferding. Beginn am 24. Oktober ist um 18 Uhr.

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