„Ninetynine“

Design-Hotel will in Bergedorf neue Maßstäbe setzen

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Zwischen quietschgelb und naturgemütlich: Hotelbar eines Ninetynine-Hotels.

Zwischen quietschgelb und naturgemütlich: Hotelbar eines Ninetynine-Hotels.

Foto: Centro Hotels

Bergedorf. Mit dem „Ninetynine“-Hotel entsteht am Weidenbaumsweg das erste Design-Hotel von Bergedorf. Der Bettenzuwachs überzeugt nicht jeden.

Bergedorf. Der Zeitplan des Betreibers „Centro Hotels“ ist mehr als sportlich: „Im Frühsommer 2020 eröffnen wir in Bergedorf unser Ninetynine-Hotel“, sagt Centro-Sprecher Rainer Schillings. Kaum zu glauben, dass dort am Weidenbaumsweg, wo derzeit noch die riesige Baugrube klafft, schon in weniger als einem Jahr der neue Woolworth-Komplex mit dem Design-Hotel fertig sein soll.

Einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt

Doch auch wenn es mit der Eröffnung etwas später werden sollte: Das Ninetynine-Hotel, einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt, wird mit seinen 130 Betten das bisher eher bodenständige Bergedorfer Beherbergungsgewerbe kräftig aufmischen. Farbenfroh und formschön, stylish und gleichermaßen naturverbunden mit Echtholz und wenig Chemie, will die expandierende Ninetynine-Kette ein Publikum zwischen 25 und 40 Jahren ansprechen.

Nach den ersten beiden Häusern in Heidelberg und Wuppertal eröffnet noch in diesem Jahr das dritte Ninetynine-Hotel in Berlin, dann im Frühjahr eins in Amsterdam. „Wir zielen mit dem Haus am Weidenbaumsweg nicht allein auf den Bergedorfer Übernachtungsmarkt, sondern haben Hamburgs Tourismus im Fokus“, sagt Schillings. „Da spielen wir mit.“ Mit Doppelzimmerpreisen um die 100 Euro außer bei Großveranstaltungen sei das Ninetynine Bergedorf eine gute Alternative zu Hotels in Hamburg-City.

Geschäftsleute und Familienbesuch

Ob das funktionieren wird, da hat Sylvia Bartels-Strangmann vom Hotel Bergedorfer Höhe ihre Zweifel: „Es übernachten doch kaum Touristen in Bergedorf. In der Woche kommen Geschäftsleute, am Wochenende Familienbesuch. Ich bin gespannt auf die Auslastung des Ninetynine.“

Konkurrenz belebt das Geschäft

Hat das H4-Hotel an der Holzhude Angst vor der neuen Konkurrenz? „Angst ist das völlig falsche Wort“, sagt Andreas Eggebrecht, stellvertretender Hoteldirektor. „Aber Konkurrenz belebt das Geschäft. So gesehen nehmen wir den neuen Mitbewerber ernst.“ Nach seinen Worten hat Bergedorf als Übernachtungsstandort mit seinen annähernd 600 Betten als günstigere Alternative zur nahen Weltstadt eine gefestigte Position, auch wenn das Hotelangebot in Hamburg wächst: „Die Zahl der Besucher wächst ja ebenso, und die Größe der Veranstaltungen auch.“

Hamburgs Tourismus boomt und boomt

Das bestätigen auch die jüngsten Zahlen. Laut Statistikamt Nord stieg die Zahl der Übernachtungen in Hamburg im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,7 Prozent auf 1.397.000. In den Monaten und Jahren zuvor sah es nicht anders aus.

„Hamburg ist seit Jahren mit touristischem Zuwachs verwöhnt“, sagt Ulrike von Albedyll vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Hamburg. „Was aber in den nächsten Jahren an Hotelbauten in Hamburg vorgesehen ist, bereitet uns Sorge.“ Bis Ende 2021 seien 14.000 neue Betten geplant, was einem Zuwachs von mehr als 20 Prozent entspreche. „Das kann in einem Preiskrieg enden, und der ginge zuallererst zu Lasten der Privat-Hoteliers. Hotelketten haben erfahrungsgemäß einen längeren Atem.“

„Super-Konzept gestartet

Rainer Schillings vom Ninetynine-Hotel ficht das alles nicht an: „Wir haben ein Super-Konzept gestartet.“

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