Gefahr

Trockenheit: Im Wald fallen Äste von den Bäumen

In den Wäldern drohen Grünastabbrüche vermeintlich gesunder Bäume.

In den Wäldern drohen Grünastabbrüche vermeintlich gesunder Bäume.

Foto: dpa

Bergedorf/Geesthacht. Förster und Feuerwehrleute warnen: In den Wäldern ist durch die frühe Trockenheit Umsicht gefragt, drohen Gefahren.

Bergedorf/Geesthacht.  „Außergewöhnlich warm, außergewöhnlich trocken und überaus sonnig.“ So fiel die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den Super-Sommer 2018 aus. Doch in diesem Jahr ist es außergewöhnlich früh schon trocken und warm – und in der Natur steigt die Feuergefahr. Der Waldbrandgefahrenindex des DWD weist für die Region südöstlich von Hamburg bereits die zweithöchste Warnstufe aus. Und neue Risiken durch die Trockenheit kommen hinzu: In den Wäldern drohen Grünastabbrüche vermeintlich gesunder Bäume.

„Die Bäume haben Stress“

„Die Bäume haben Stress“, stellt Bergedorfs Förster Tim Laumanns fest. Mehrere Hundert Liter Wasser fehlen je Quadratmeter in den Böden. Die Folge: Druckverlust in den Zellen der Bäume. Urplötzlich können deshalb auch dicke Äste brechen, „als ob eine Schere angesetzt wurde“, so Laumanns. Wann und wo dies geschehe, könne nicht vorhergesagt werden.

Immerhin: Durch den hohen Anteil an Laubbäumen ist die Waldbrandgefahr im Bergedorfer Gehölz derzeit „nicht besonders hoch“, schätzt der Förster. Denn Laubbäume brennen seltener großflächig. Anders in den Sander Tannen mit ihren sandigen Böden. Rauchen in den Wäldern sei derzeit grob fahrlässig, warnt der Förster – und kündigt scharfe Kontrollen an. Auch sein Hamwarder Kollege André Guiard sieht die Brandgefahr vor allem in den Nadelwäldern. Dennoch: „Die Wasserlöcher sind eigentlich alle trocken, das ist ein Indiz dafür, dass im Boden kein Wasser steckt.“

„Leichte Regenschauer werden die Lage nicht entspannen“

„Man muss mit offenem Feuer in der Natur jetzt extrem vorsichtig sein“, warnt auch Sven Stonies, Kreiswehrführer im Herzogtum Lauenburg. Vielerorts waren deshalb auch Osterfeuer außer Kontrolle geraten. Stonies: „Leichte Regenschauer werden die Lage vorerst nicht entspannen.“ Fast regelmäßig müssen die Feuerwehrleute der Region deshalb seit Tagen schon Flächenbrände löschen.

Oft ist es schwierig, zum Brandherd vorzudringen. Hamburg hat deshalb für sieben Freiwillige Feuerwehren (darunter Altengamme) spezielle Gerätewagen angeschafft. Die Löschwasserbehälter und Pumpen sind mobil und auch während der Fahrt einsetzbar, was vor allem auf schwierigem Gelände hilft.

Feuerwehr stellt sich noch besser auf Flächenbrände ein

Auch andernorts versuchen sich die Feuerwehrleute verstärkt auf das Thema Wald- und Flächenbrandbekämpfung einzustellen. Jan Piossek, Zugführer der Feuerwehr Schwarzenbek, fährt bald zu einem Waldbrandsymposium. „Das taktische Vorgehen werden wir in unsere Ausbildung integrieren“, sagt Thorsten Bettin, Chef der Schwarzenbeker Feuerwehr. Viele Wehren haben zudem mit kleinen Schläuchen und Löschrucksäcken aufgerüstet.

Dennoch: „Wir können nur an die Menschen appellieren, besonders vorsichtig zu sein“, so Bettin. „Autos sollten wegen heißer Katalysatoren nicht auf Wiesen geparkt werden, Kippen gehören sowieso nicht aus dem Fenster geworfen und jetzt Unkraut abzuflammen, ist auch keine gute Idee.“