Neubau

Abriss-Finale: Vom Lichtwark- zum Körber-Haus

Das im Rückbau befindliche Lichtwarkhaus. Im Hintergrund: das Einkaufszentrum CCB. 

Das im Rückbau befindliche Lichtwarkhaus. Im Hintergrund: das Einkaufszentrum CCB. 

Foto: Jan Schubert

Bergedorf. Bagger kommen wohl in zwei Wochen. Neubau öffnet Anfang 2021 auf 6000 Quadratmeter als „Herzstück Bergedorfs“.

Bergedorf. Der endgültige Abriss des Lichtwarkhauses lässt wohl noch zwei Wochen auf sich warten. Doch Bezirksamtsleiter Arne Dornquast und Haus-im-Park-Chefin Susanne Kutz wagten jetzt im Kulturausschuss schon einen sehr detaillierten Blick in die Zukunft – auf das dann gemeinsamen betriebene, 25 Millionen Euro teure Körber-Haus an gleicher Stelle.

Theater mit 460 Plätzen

„Es wird ein Herzstück Bergedorfs mit diversen Angeboten an Begegnung, Bildung und Kultur für jedes Alter“, sagte Kutz mit Blick auf das künftige Miteinander von Bücherhalle, Awo, Haus im Park, Seniorenbeirat, Café-Restaurant, Volkshochschul-Kursen und dem 460 Plätze großen Theater unter einem Dach.

Alles wird auf drei Stockwerken mit zusammen 6000 Quadratmetern Platz finden – und die Fläche des heutigen Lichtwarkhauses mitsamt seines Parkplatzes einnehmen.

Vielseitiges Café-Restaurant

Herzstück des Gebäudes ist ein Atrium mit viel Tageslicht, in das die Besucher wie heute durch den Haupteingang über die Brücke vom kleinen Park an der Bergedorfer Straße aus gelangen. Gleich rechts liegt das Café-Restaurant, das mit langen Öffnungszeiten ebenso Angebote für Familien haben soll, wie einen preiswerten Mittagstisch und abends gediegene Gastronomie für die Theaterbesucher.

Auf der anderen Seite des Haupteingangs wird die neue Bücherhalle zu finden sein, geplant als offener Literatur-Treffpunkt. Sämtliche weiteren Flächen des Erdgeschosses nimmt der Saal des Lichtwark-Theaters ein, der gegenüber vom Haupteingang liegt. Samt mächtiger Bühne, ansteigenden Zuschauerrängen, diverser Technikräume und Künstlergarderoben erstreckt sich der Theaterbereich hier über alle drei Etagen.

Veranstaltungssaal auch für Awo-Tanztee

Im ersten Stockwerk wird sich über dem Café ein Veranstaltungssaal mit 200 Plätzen befinden, flexibel nutzbar, etwa für den beliebten Awo-Tanztee. Auf dem restlichen Drittel erstrecken sich die Seminar- und Aktivitätsräume, in denen das Team vom Haus im Park der Körber-Stiftung seine Angebote ansiedeln will.

Auch Räume für Volkshochschule

Im obersten Stockwerk wird das Reich der Awo sein, wobei hier auch der Seniorenbeirat seinen Sitz hat. „Grundsätzlich gilt aber, dass alle Funktionsräume des Körber-Hauses von allen genutzt werden können – auch von solchen Institutionen, die nicht fest hier untergebracht sind, wie etwa die Volkshochschule“, sagt Dornquast. Die Organisation und Vergabe übernehme ein Hausmanagement.

Logistische Meisterleistung

Bei der Frage nach der Eröffnung gibt sich der Bezirksamtsleiter optimistisch. Trotz bereits gut sechs Monaten Verzögerung beim Abriss des Lichtwarkhauses soll der Neubau zum Jahreswechsel 2020/21 bezugsfertig sein.

Bis dahin braucht es eine logistische Meisterleistung, denn für großflächigen Lkw-Verkehr gibt es auf dem Baufeld keinen Platz. Deshalb werden Abraum und Baumaterialien mit Schuten über den Schleusengraben transportiert. Das Umladen auf Lkw erfolgt auf der Brachfläche nördlich der Brücke des Sander Damms am Gelände vom Autohaus Krüll. Dafür wird das Areal gerade hergerichtet.

Archäologen fehlen noch

Unklar ist noch, ob und wann Experten der Bodendenkmalpflege das Baufeld untersuchen. Zuletzt hieß es, dass die Archäologen des Harburger Helms-Museums nach dem Abriss des Lichtwarkhauses anrücken. Die Fläche gilt als Ort der ersten Besiedelung Bergedorfs vor 5000 Jahren.