Neuer Stadtteil

Senat beschließt Masterplan für Oberbillwerder

Blick in einen  Teil des künftigen Zentrums von Oberbillwerder.

Blick in einen Teil des künftigen Zentrums von Oberbillwerder.

Foto: IBA

Bergedorf. Viel Lob vom Bürgermeister. Jetzt startet Bergedorf mit der Bauleitplanung für seinen 15. Stadtteil. Doch es gibt auch Kritik.

Bergedorf. . Bürgermeister Peter Tschentscher lobt Oberbillwerder bereits als „Meilenstein der Stadtentwicklung, vergleichbar mit der HafenCity“. Und Senatorin Dorothee Stapelfeldt sieht in Bergedorfs 15. Stadtteil „ein Quartier für 15.000 Menschen, mit dem wir Maßstäbe für die Zukunft setzen bei der Verbindung von Wohnen und Arbeit, dem Anknüpfen an das grüne Umfeld und bei der Mobilität weg vom eigenen Pkw“.

Viel Kritik aus Politik und Nachbarschaft

Viel Lob gab es für den am Dienstag vom Senat beschlossenen Masterplan, auf dessen Grundlage das Bezirksamt nun in den kommenden zwei Jahren die Bauleitplanung erstellt. Die Schar der Kritiker von CDU, und Linken über die FDP bis zur Dorfgemeinschaft Billwerder sieht das anders, was gestern in diversen Erklärungen deutlich wurde.

Sie fürchten die Zerstörung von Kultur- und Naturlandschaft, brandmarken die Straßenanbindung als mangelhaft und trauen auch dem Entwässerungskonzept nicht – zumindest im Fall von Starkregen wie zuletzt im Mai 2018.

Baustart im Jahr 2023 anvisiert

Doch auch wenn Oberbillwerders Bau von den Kritikern wie die Landung eines Raumschiffs gesehen wird, ist der Stadtteil seiner Realisierung seit Dienstag ein entscheidendes Stück näher. Als Baustart wird das Jahr 2023 anvisiert, sofern es gelingt, das sehr tief gelegene, von der Größe mit Neuallermöhe-West vergleichbare Areal bis dahin um bis zu 1,50 Meter aufzuhöhen.

Erste Bewohner könnten 2025 einziehen „und bis 2030 sollte der wesentliche Teil abgeschlossen sein“, ergänzte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. Damit das zumindest planerisch gelingt, erhält Bergedorfs Verwaltung bis 2030 einen Personalkosten-Zuschuss von 9,6 Millionen Euro.

Auch 300 Einfamilienhäuser geplant

Dem Bezirksamt obliegt es nun, die bisher noch sehr freien Vorgaben für die Bebauung Oberbillwerders und seiner fünf sehr unterschiedlichen Quartiere zu konkretisieren. Dafür wurden die Grundlagen bereits leicht verändert: Statt bisher 200 soll der Stadtteil nun knapp 300 Einfamilienhäuser „in verdichteter Baustruktur“ an seinen Randlagen zu den Feldern am Billwerder Billdeich bekommen. Ferner sind 700 Reihenhäuser und bis zu 6000 Wohnungen vorgesehen.

Die geplanten 5000 Arbeitsplätze sollen in den Erdgeschossen, in Handwerkerhöfen entlang der Bahntrasse, den Geschäften der zentralen Einkaufsstraße und nicht zuletzt den elf hochmodernen Parkhäusern an den Quartiersplätzen entstehen. Hier sehen die Planer im Erdgeschoss Supermärkte und andere Betriebe.

Vielfalt durch fünf Quartiere

Vielfalt verspricht Oberbillwerder vor allem durch seine fünf Teile: Das blaue Wasser-Quartier, das zentrale Bahn-Quartier, das Park-, das Grüne und das landwirtschaftliche Agri-Quartier.