Neuallermöhe

Inklusiver Spielplatz wie das erste Projekt „Onkel Rudi“

Planung Grünchef prüft Finanzierung und Ausstattung für eine Neuallermöher Anlage

Neuallermöhe. . Die 60 Spielplätze im Bezirk haben einen ausgezeichneten Ruf, sind thematisch abwechslungsreich und im guten Zustand. Das zeigte zuletzt eine Überprüfung der Umweltbehörde von Anfang 2018, als Bergedorfs Spielanlagen am besten von allen sieben Bezirken abschnitten. Jetzt soll der hohe Standard weiter hochgeschraubt werden – mit einem Angebot für Kinder mit Behinderung. Im Bezirksamt existiert der Plan, einen Inklusions-Spielplatz zu bauen. Das wäre in Hamburg erst der zweite seiner Art.

„Ich möchte in Neuallermöhe einen Spielplatz behindertengerecht umgestalten“, kündigte Bergedorfs Grünchef Wolfgang Charles im Umweltausschuss bereits vor einem Monat an. Mittlerweile ist klar: Es soll der Wassermannspielplatz am Wilhelm-Osterhold-Stieg sein.

Charles führte zu diesem Zweck bereits Gespräche: mit dem Deutschen Roten Kreuz, Träger der dort ansässigen Kita Springmaus, auch mit der Umweltbehörde zu Möglichkeiten der Finanzierung. Abgerundete Tischtennisplatten, Leitlinien-System, für Sehbehinderte, Vogelnestschaukeln und so weiter – wie genau das Areal ausgestattet sein soll und wie teuer das alles am Ende wird, steht noch nicht fest. Wohl aber der Fertigstellungstermin: Mai 2019.

Grundsätzlich befürwortet die Politik dieses Vorhaben. Wie zum Beispiel Heribert Krönker, jugend- und sozialpolitischer Sprecher der Bergedorfer Grünen, der vom inklusiven Spielplatz in Neuallermöhe angetan ist. Krönker hat sich in der Neustadt den einzigen Inklusionsspielplatz „Onkel Rudi“ an der Markus-straße auf 2776 Quadratmeter angeschaut: „Ich bin sicher, dass das eine Bereicherung für unseren Bezirk darstellt.“

Die Sozialdemokraten wiederum denken die Idee ein wenig anders. So etwa Brigitte Michiels-Lein (SPD): „Es wäre toll, wenn auf jedem Bergedorfer Spielplatz mindestens ein Spielgerät auch für behinderte Kinder vorhanden wäre.“ Aus Michiels-Leins Sicht solle dieser Gedanke künftig bei Umgestaltung und Neubau von möglichst vielen Spielplätzen bedacht werden, denn: „Kein Kind darf nur Zuschauer sein.“

Dies ist prinzipiell auch die Position der Bergedorfer Behinderten Arbeitsgemeinschaft (BAG). Den exklusiven Inklusionsspielplatz im Bezirk findet Michael Schütze (2. Vorsitzender der BAG) toll, sagt aber auch: „Man kann zumindest bezweifeln, ob Bergedorfer Eltern mit ihrem behinderten Kind extra nach Neuallermöhe zum Spielen fahren.“

Zunächst aber konzentriert sich Grünchef Charles auf den Wassermannspielplatz und meint: „Manchmal ist ein solcher Umbau aus Platzgründen gar nicht möglich.“ Ein inklusives Beispiel: Ein Turm mit Rutsche braucht eine zusätzliche Rampe für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte. Eine Vogelnestschaukel braucht ein stabileres Gerüst als eine herkömmliche.