Bergedorf

„Meister statt Master“ – und mehr Geld

Handwerker-Aschermittwoch Argumente für die Nachwuchs-Werbung – Karten noch bis Donnerstag

Bergedorf. . Wenn sich Bergedorfs Handwerksmeister am Mittwoch, 6, März, zum aktuellen Handwerkerforum im Alt-Lohbrügger Hof treffen, können sie Jubiläum feiern. Vor einem Vierteljahrhundert hatte der damalige Bezirkshandwerksmeister Berend Kohlhase den Termin als politischen Handwerker-Aschermittwoch aus der Taufe gehoben. In den ersten Jahren stand häufig die Kritik an Politik, Verwaltung und Schulen im Mittelpunkt. An Schulabgängern, die nicht mal die Grundrechenarten beherrschen, an hohen Steuern und Auftragsvergaben, die Bauträger statt das örtliche Handwerk bevorzugen.

Viele Themen haben heute kaum an Aktualität eingebüßt. Dazu zählt Ärger über fehlende Erweiterungsmöglichkeiten für Betriebe an ihrem Standort sowie der Mangel an geeigneten Gewerbeflächen wie auch Probleme des Handwerks, geeignete Bewerber für Ausbildungsplätze zu finden.

In den Anfangsjahren haben sich Handwerker und Gäste im Gasthof Zur schiefen Brücke in Curslack häufig reichlich beengt versammelt. Seit Jahren ist nun der Alt-Lohbrügger Hof der Ort für Bergedorfs Handwerker-Aschermittwoch. Wer am 6. März (Beginn 18 Uhr) dabei sein möchte, hat noch bis 14. Februar die Möglichkeit, sich in der Geschäftsstelle Bergedorf anzumelden. Adresse: Handwerkskammer, Wentorfer Str. 42, 21029 Hamburg.

Das Thema Nachwuchssuche wollen Bergedorfs Handwerker dieses Mal unter der Überschrift „Meister statt Master“ mit einer Podiumsdiskussion thematisieren. Obwohl die Förderung für die Meisterausbildung (Meister-Bafög) ausgebaut wurde und der Meisterbrief inzwischen einem Studienabschluss (Bachelor) weitgehend gleich gestellt wurde, tut sich das Handwerk weiterhin schwer, eine ausreichende Zahl geeigneter Bewerber für eine Ausbildung zu finden.

Tatsächlich streben aktuell 56 Prozent aller Schulabgänger ein Studium an. „Mancher wird später ein Leben lang Taxi fahren, selbst mit Abschluss. Während im Handwerk Stellen frei bleiben, immer besser bezahlt, weil es zunehmend an Handwerkern mangelt“, sagt Andreas Kuttenkeuler, bei der Handwerkskammer zuständig für die Bezirke.

Die Betriebe dürften für die Nachwuchswerbung keinesfalls die Abiturienten vernachlässigen, mahnt Bezirkshandwerksmeister Christian Hamburg, „sonst blenden sie die mit Abstand größte Gruppe aus“. Das gelte umso mehr, als viele Betriebsinhaber heute auf Nachfolgersuche sind, auch kurzfristig. „Allein mit einem Meisterbrief einen mittelgroßen Betrieb langfristig erfolgreich führen zu wollen, ist heute ein Unterfangen.“

Wie Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk interessiert werden können oder für ein duales Studium, etwa am Elbcampus, ist eine wichtige Fragestellung. Für Hamburgs Schulbehörde stellt sich Senator Ties Rabe der Diskussion. Weitere Gäste auf dem Podium sind neben Christian Hamburg Jörg Ungerer (Handwerkskammer Hamburg), Prof. Annekatrin Niebuhr (Empirische Arbeitsmarktforschung, Universität Kiel) sowie eine junge Handwerksmeisterin. Nach abgebrochenem Studium hat sie inzwischen schon zwei Meistertitel in der Tasche.