Oortkatenufer

Havariertes Arbeitsschiff hat Reparaturwerft erreicht

Beim Unglück wurde eine Person schwer verletzt. Leck abgedichtet. Schiff konnte aus eigener Kraft zur Werft fahren.

Hamburg. Ein 49 Meter langes niederländisches Arbeitsschiff ist am Mittwoch gegen 17.30 Uhr auf der Elbe havariert. In der Folge dieses Unglücks wurde eine Person schwer verletzt, teilte der Feuerwehrsprecher Martin Schneider mit. Bei Baggerarbeiten, um Schlick und Steine zu entfernen, fuhr die 13 Meter breite "Arie Cornelis" ins Hafenbecken am Oortkatenufer in den Marschlande und kollidierte dabei mit einer Spundwand. Dabei entstand ein zehn bis 20 Zentimeter großes Loch im Rumpf, der daraufhin mit Wasser volllief. Das Schiff drohte zwischenzeitlich zu sinken.

Noch bevor die Feuerwehr eintraf, ging einer der beiden Männer an Bord in den Laderaum, um sich das Unheil anzusehen. Eine schlechte Idee, wie sich herausstellen sollte, denn der Niederländer rutschte aus und brach sich den Unterschenkel. Kurz darauf traf ein Notarzt ein, der den Verletzten versorgte und die Schmerzen linderte. Anschließend wurde der Mann in eine naheliegende Klinik gebracht.

Einsatz dauert bis in die Nacht

Die Bergung gestaltete sich schwieriger als erwartet. Die Feuerwehr wollte nach eigenen Angaben gegen 1 Uhr in der Nacht zum Donnerstag versuchen, das Schiff in eine nahegelegene Werft zu fahren. Dafür mussten sie zunächst mit großen Feuerwehrpumpen das Wasser aus dem Schiff pumpen – und damit gegen die einsetzende Flut arbeiten. Doch dieser Plan erwies sich als zu ambitioniert, Zum einen konnte das Leck zunächst nicht komplett abgedichtet werden. Zum anderen erschwerte die Tatsache, dass sich an Bord des Schiffes ein tonnenschwerer Kran befindet, die Arbeiten.

Erst am Donnerstagvormittag gelang es Einsatzkräften und Tauchern, das Leck mit einem dreieckigen Siegel vorläufig zu schließen und das Wasser im Rumpf so weit abzupumpen, dass das Schiff wieder schwimmfähig gemacht werden konnte. Mit einsetzendem Hochwasser fuhr es gegen 13 Uhr aus eigener Kraft in die etwa 100 Meter entfernte Werft der Marine Brandt GmbH, wie ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde dem Abendblatt sagte. Dort wurde die "Arie Cornelis" mithilfe einer Slipanlage an Land gezogen. Die Reparatur soll etwa eine Woche dauern. Eine Gefahr für die Umwelt – etwa durch auslaufenden Schiffsdiesel – bestand nicht.