Bergedorf

Geschosse sorgen für Aufregung

Entschärfer müssen Hülsen röntgen

Bergedorf. . Wenn er geahnt hätte, was seine „Granaten“ für Aufregung verursachen: Bei der Wohnungsauflösung eines verstorbenen Bewohners wurden auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses am Brookdeich zwei vermeintlich gefährliche Granaten aus Militärbeständen entdeckt. Die Finder alarmierten am Mittwochvormittag die Bergedorfer Polizei.

Die beiden eingesetzten Beamten näherten sich den metallenen Geschosszylindern mit gehörigem Respekt. War doch auf einer Granate deutlich sichtbar ein Totenkopf und die Aufschrift „Danger – High explosive“ eingraviert. „Die sehen aus wie Pistolenmunition, nur viel, viel größer.“ Da sollten doch besser Experten ran. Die Streifenwagenbesatzung rief den Entschärfer des Kampfmittelräumdienstes der Feuerwehr. Doch der erklärte sich nach Begutachtung der Fundstücke als „nicht zuständig“. Denn die Munition seien keine Weltkriegs-Blindgänger. Die Granaten stammten aus Militärbeständen, möglicherweise sei deren Besitz gar strafbar.

So wurden die Spezialisten des Landeskriminalamtes angefordert. Vier Ermittler und Entschärfer, ausgestattet mit jeder Menge Technik, rückten am Brookdeich an. Auch sie konnten nicht mit bloßem Auge erkennen, ob die Munition noch explosiv sein könnte. Erst nach aufwendigem Röntgen der Geschosse am Fundort konnten die Entschärfer Entwarnung geben: „Die Hülsen sind leer, kein Sprengstoff vorhanden.“ Es handele sich zwar um ehemalige Militärbestände, die aber zu „Dekorationsobjekten“ umgearbeitet wurden. Weil der Besitzer verstorben sei, werde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagt Polizeisprecher Rene Schönhardt. Der Mann war schon vor Monaten in ein Pflegeheim gekommen, Seitdem stand die Wohnung leer.