Bergedorf-West/Lohbrügge.

Europol-Ermittlungen führen nach Bergedorf

Falschgeld von Österreich und Bayern aus verschickt

Bergedorf-West/Lohbrügge.  Die Spuren einer europaweiten Polizeiaktion, die von Europol unter dem Titel „Operation Green Heart“ koordiniert wurde, haben bis nach Bergedorf geführt. So wurden am frühen Mittwochmorgen vier Wohnungen im Bezirk durchsucht,wie die Polizei gestern bestätigte. In Lohbrügge fuhr die Polizei am Ludwig-Rosenberg-Ring, dem Kurt-Adams-Platz und der Häußlerstraße vor, in Bergedorf-West an der Fockenweide.

Laut einer Sprecherin der Hamburger Polizei waren es in der Hansestadt elf Durchsuchungen, bei denen etwa 70 Beamten im Einsatz waren. Sie beschlagnahmten dabei „diverse tatrelevante Gegenstände und Datenträger“. Festgenommen wurde nach Polizeiangaben niemand.

Vorangegangen waren Ermittlungen der österreichischen Polizei gegen einen Mann aus Loeben in der Steiermark. Der 32-Jährige soll mehr als 10.000 selbst produzierte 10-, 20- und 50-Euro-Scheine europaweit verkauft haben. Dafür benutzt er offenbar mehrere Verkaufsplattformen im „Darknet“, einer Art Hinterzimmer im Internet, in dem Nutzer anonym miteinander kommunizieren können. Für die Polizei sind Ermittlungen im „Darknet“ deshalb schwierig und aufwendig.

Packstation in Bayern für denVersand von Blüten genutzt

Der 32-jährige Österreicher ist bereits im Juni festgenommen worden, muss sich derzeit vor einem österreichischen Gericht verantworten. Bayerische Behörden standen seit längerem mit österreichischen Ermittlern im Kontakt, da der 32-Jährige auch Packstationen in Bayern für den Versand der Blüten genutzt haben soll.

Bei den Ermittlungen geriet eine Vielzahl von Personen in den Verdacht, dieses Falschgeld gekauft zu haben. In 220 Fällen leiteten die Falschgeldermittler des Bayerischen Landeskriminalamts Ermittlungsverfahren „wegen Geldfälschung“ bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern ein.

Am Mittwoch durchsuchten dann mehr als 900 Polizisten in ganz Deutschland 178 Wohnungen in allen Bundesländern. Dabei stellten sie falsche Geldnoten, geringe Mengen Betäubungsmittel, Waffen und Bargeld sicher.

Nach Angaben von Europol wurden vom 3. bis 6. Dezember fast 300 Wohnungen in 13 europäischen Ländern durchsucht, neben den 178 in Deutschland auch 28 in Frankreich, 20 in Italien, 20 in Österreich und weitere in Kroatien, Zypern, Finnland, Irland, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Schweiz und Großbritannien. Die Ermittler beschlagnahmten unter anderem 1500 falsche Banknoten, Drogen, Waffen, Computer und Handys.