Schwerpunktaktion

Hamburger Polizei stoppt rasante Radler

| Lesedauer: 2 Minuten
Christina Rückert

Foto: Christina Rückert / BGZ / Christina Rückert

Bergedorf. Bei der hamburgweiten Kontrolle wurde auch am Mohnhof kontrolliert. Beamte erfassen 58 Rotlichtverstöße.

Sie rauschen über Rot, fahren durch Fußgängerzonen, über Gehwege oder sogar quer über die Fahrbahn: Die Sorglosigkeit mancher Radfahrer ist auch ein Grund dafür, dass jährlich mehr als 2000 Radler auf Hamburgs Straßen verunglücken, meint die Polizei. Sie hat deshalb einigen „Hauptunfallursachen“ wie dem Fahren auf der falschen Straßenseite oder dem Missachten roter Ampeln den Kampf angesagt und gestern in einer hamburgweiten Großkontrolle Radler angehalten. 140 Beamte waren an 28 Standorten im Einsatz. Auch sechs Beamte des Bergedorfer Polizeikommissariates 43 stoppten im Sachsentor und am Mohnhof Radfahrer.

Heikle Gemengelage im Sachsentor

„Es gibt hier eine extreme Beschwerdelage“, stellt Polizeihauptkommissar Joannis Roock von der Dienstgruppe Operative Aufgaben fest. Beinaheunfälle seien im Sachsentor an der Tagesordnung. Für acht Radler, die durch die Fußgängerzone brausten, gab es deshalb gestern ein Verwarngeld. Problem: Zu den Passanten gesellen sich im Sachsentor nicht nur rasante Radfahrer, sondern auch noch Anlieferer – eine heikle Gemengelage.

Riskante Manöver in verkehrter Richtung

Wenige Meter weiter, auf der großen Mohnhof-Kreuzung, ist die Lage nicht weniger brisant, wie auch die gestrige Kontrolle zeigte. Binnen anderthalb Stunden rauschten hier vier Radler über rote Ampeln – trotz der sichtbar aufgestellten Polizei. Ein Radler, aus Richtung Greves Garten kommend, wagte ein besonders riskantes Manöver: Er fuhr erst in verkehrter Richtung ein Stück über die gerade autofreie Wentorfer Straße, um sich dann auf der Verkehrsinsel am Mohnhof wieder in die Fußgänger-Radfahrer-Furt einzuordnen.

Rechtfertigungen und reumütiges Eingestehen

Er habe nur das Grün der Fußgängerfurt gesehen, rechtfertigte sich der Mann später. Ein Bußgeld erwartet ihn trotzdem – ebenso wie zwei junge Männer, die mit Schwung über die rote Fußgängerampel am Mohnhof/Sachsentor fuhren, aber reumütig ihren Fehler eingestanden.

Einsichtig sind längst nicht alle: Ein anderer Radfahrer, der über Rot gefahren war, beschwerte sich nicht nur über die Kontrolle selbst. Er gab auch an, Ampeln öfter nicht zu sehen, da sie vor seinen Augen „wegschweben“ würden. Nun soll ein Bericht an die Führerscheinstelle geschrieben werden.

Polizei ahndet etliche Verstöße

Insgesamt ahndete die Hamburger Polizei bis zum Nachmittag etliche Verstöße. 58 Radler fuhren über Rot, 92 benutzten den Radweg falsch, 25 fuhren auf dem Gehweg und vier hatten ein Handy in der Hand. 14 Radler hatten mangelhafte Bremsen. Die Aktion dauerte bis in den Abend an.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf