Sprungbrett

„Der Frieden im Quartier ist unser höchstes Gut“

| Lesedauer: 3 Minuten
Anne K. Strickstrock
Dirk du Pin freut sich darüber, dass er für den Verein „Sprungbrett“ die neue „geschäftsführende Vorständin“ Ina Achilles gewinnen konnte.

Dirk du Pin freut sich darüber, dass er für den Verein „Sprungbrett“ die neue „geschäftsführende Vorständin“ Ina Achilles gewinnen konnte.

Foto: Strickstrock / BGZ

Neuallermöhe: Verein Sprungbrett: Diplom-Pflegewirtin Ina Achilles übernimmt die Geschäftsführung

Neuallermöhe.  Großes Tamtam war noch nie ihre Sache. Doch wenigstens mit einer kleinen Bootsfahrt hat sich der Bergedorfer Verein Sprungbrett jetzt von Angela Jeglin verabschiedet, die seit 1992 die Geschäfte geführt hat. Inzwischen mag sich die 61-jährige Vierländerin lieber ihren Enkeln widmen. Und so war es an Dirk du Pin, mit dem Aufsichtsrat eine neue Führungskraft für 40 Mitarbeiter und rund 70 Ehrenamtliche zu finden. Schließlich betreibt der Verein zahlreiche Projekte (siehe Infokasten) in den Bergedorfer Stadtteilen.

Bewerbung sogar aus Slowenien

„Bei uns sind 38 Bewerbungen eingegangen, sogar aus Ankara und Slowenien. Erst hatten wir uns für einen Mann aus Jena entschieden, aber seine Frau und drei Kinder wollten lieber in der Heimat bleiben“, gibt du Pin freimütig zu – und ist froh, in Ina Achilles offenbar perfekten Ersatz gefunden zu haben: „Sie kann in wenigen Momenten die Menschen erreichen.“

Ausgebildet als Lehrerin

Aufgewachsen in einem 500-Seelen-Dorf bei Salzgitter studierte Ina Achilles zunächst Deutsch und Englisch auf Lehramt in Göttingen, sattelte anschließend um und wur­-
de Diplom-Pflegewirtin. In Wandsbek gründete sie den paritätischen Verein Hamburger Gesundheitshilfe, der sich um die Alten- und Krankenpflege kümmert, um demente und auch sterbende Menschen.

Geschäftsführerin bei der Stiftung Alsterdorf

Ebenfalls Hilfen, zumeist für geistig behinderte Menschen, organisiert die Stiftung Alsterdorf, wo Ina Achilles anschließend fünf Jahre lang die Geschäftsführung im Bereich Eingliederungshilfen verantwortete: „Da geht es um Teilhabe an der Gesellschaft für Menschen, die einen lebenslangen Assistenzbedarf haben“, erklärt die 56-Jährige. Es folgten zwei weitere Jahre als Geschäftsführerin der Kieler Stadtmission Mensch, die unter anderem das Bismarck Seniorenstift in Reinbek betreibt.

Hochzeit in Bergedorfer Moschee

Auch der Bezirk Bergedorf ist Ina Achilles nicht ganz fremd, „weil ich in der Bergedorfer Moschee meinen syrischen Mann geheiratet habe“. Darüberhinaus aber muss die Eppendorferin erst ihr neues, berufliches Umfeld kennenlernen – und schaut schon, ob es etwa in Neuallermöhe genügend Projekte der Altenhilfe gibt, ob die Vernetzung bei der sozialräumlichen Arbeit gut klappt: „Der Frieden unter den Menschen im Quartier ist unser höchstes Gut“, sagt die leidenschaftliche, klassische Chor-Sängerin.

Bald soll der Anbau starten

Zunächst aber wird sie in ihrem Büro im KulturA (Otto-Grot-Straße 90) handfeste Bauarbeiter begrüßen: Vermutlich noch in diesem Jahr soll der Anbau samt Krisenwohnung errichtet werden. Zudem will das Bezirksamt den Wasserschaden im Haus beheben – und zwar möglichst zügig: Am 23. Juni (15 bis 20 Uhr) feiert der Verein Sprungbrett mit vielen Kooperationspartnern sein 20-jähriges Bestehen im KulturA.

Das sind die Sprungbrett-Projekte:

Das erste Projekt war 1997 das Kinder- und Familienhilfezentrum in Neuallermöhe, ein weiteres kam im Jahr 2000 am Fritz-Lindemann-Weg in Lohbrügge hinzu. Hier gibt es Hilfe bei Erziehungsfragen, bei Geldsorgen und Fragen rund um die Gesundheit. Sprungbrett betreibt nicht nur die beiden Bürgerhäuser in Neuallermöhe und Lohbrügge („Haus brügge“) mit jeweils einem Café. Hinzu kommen die Familien-Hebammen, Stadtteilmütter, die „Baby-Oase“ im Grünen Zentrum sowie die neue Arbeit im „Haus 23“ am Gleisdreieck.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf