Unfallstatistik

Traurige Bilanz: Vier Tote auf Bergedorfs Straßen

| Lesedauer: 2 Minuten
Christina Rückert
Bei diesem Unfall in Lohbrügge starb am 3. Juli 2017 ein 24-Jähriger.

Bei diesem Unfall in Lohbrügge starb am 3. Juli 2017 ein 24-Jähriger.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Die Bilanz für 2017 zeigt in Bergedorf ein leichtes Plus an Unfällen. Hauptursache: Fehler beim Wenden.

Bergedorf.  Weniger Unfälle und weniger Verunglückte: Hamburgs Polizei blickt durchaus zufrieden auf ihre Bilanz für 2017. Denn erstmals seit drei Jahren sind die Unfallzahlen gesunken, und das trotz einer steigenden Zahl an Verkehrsteilnehmern. In Bergedorf sieht die Welt allerdings nicht ganz so rosig aus: Hier gab es gegenüber dem Vorjahr mehr Unfälle, mehr Schwerverletzte und mehr Tote – auch wenn es jeweils nur ein leichtes Plus war.

3279 Unfälle ereigneten sich laut Polizei 2017 im Bezirk, das waren 39 mehr als im Vorjahr (+1,2 Prozent). Während die Zahl der Leichtverletzten sank, stieg die Zahl der Schwerverletzten von 48 auf 62 an. Getötet wurden vier Menschen – nach drei im Vorjahr. 2015 war kein Mensch auf Bergedorfs Straßen gestorben, 2014 zwei.

„Normale Schwankungen“

Dennoch: „Diese Zahlen sind normale Schwankungen“, sagt Jens Thede, stellvertretender Leiter der Bergedorfer Verkehrspolizei. Die Zahl der Unfälle variiere im flächenmäßig größten Bezirk Hamburgs meist zwischen 3000 und 3300. „Das hängt immer auch vom Wetter ab, zum Beispiel ob es viel regnet oder Glatteis gibt.“ Nächstes Jahr werde die Bilanz für diesen schneereichen Februar wahrscheinlich auch eine hohe Unfallzahl zeigen, so Thede.

Die Zahlen werden ständig betrachtet und ausgewertet, etwa, ob es Unfallbrennpunkte gibt. Dies sei derzeit in Bergedorf aber nicht der Fall. „Ob es irgendwo kracht oder nicht, das ist oft leider einfach Zufall“, sagt Thede.

Auch Abstand und Tempo sind häufige Unfallursachen

Gleichwohl werden die Unfallursachen in der Statistik genau aufgeführt. Und das sind in Bergedorf – immer noch – Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren. Laut einer aktuellen Senatsantwort auf eine CDU-Anfrage war das in Bergedorf 455-mal die Ursache eines Unfalls. Auch Abstand (222) und Geschwindigkeit (215) sind oft der Grund dafür, dass es kracht. Zahlen, die sich mit denen aus ganz Hamburg decken: Auch hier sind Fehler beim Wenden, Rückwärtsfahren oder Abbiegen mit weitem Abstand Hauptunfallursache (21,2 %).

Zahlen darüber, wie häufig Auto, Radfahrer oder Fußgänger Unfallverursacher waren und wie viele Kinder, Senioren oder Radfahrer verletzt oder gar getötet wurden, gab es gestern für den Bezirk Bergedorf noch nicht. In Hamburg zeigt sich jedoch ein klares Bild: Von den 28 Verkehrstoten war die größte Zahl Fußgänger (13). Zudem wurden drei Radfahrer und sechs Biker getötet sowie drei Autofahrer, zwei Lkw-Fahrer und ein Mitfahrer. Kein Kind starb 2017 auf Hamburgs Straßen.

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