Bergedorfer Straße

Die Tempo-30-Schilder stehen schon auf dem Bauhof

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Christina Rückert
So wie in dieser Montage wird es bald an der B5 aussehen: Die künftigen Tempo-30-Schilder erhalten allerdings den Zusatz „22-6 h – Lärmschutz“.

So wie in dieser Montage wird es bald an der B5 aussehen: Die künftigen Tempo-30-Schilder erhalten allerdings den Zusatz „22-6 h – Lärmschutz“.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Bald gilt auf zwei Abschnitten der B5 ein nächtliches Limit – probeweise zunächst für ein Jahr.

Bergedorf.  Nun heißt es bald: Runter vom Gas auf der Bergedorfer Straße! Mit einigen Monaten Verspätung sollen kommende Woche tatsächlich die Tempo-30-Schilder montiert werden, die auf der B 5 die Geschwindigkeit begrenzen. Künftig wird dann zwischen 22 Uhr abends und 7 Uhr morgens Tempo 30 gelten, und zwar auf dem Abschnitt von der Vierlanden­straße bis zur Wentorfer Straße sowie von der Justus-Brinckmann-Straße bis zur Wentorfer Straße. Eine weitere Verzögerung ist diesmal nicht zu erwarten: „Die Schilder stehen schon auf dem Bauhof“, sagt Gabriele Günter, Sprecherin des Bezirksamts.

EG-Richtlinie wird umgesetzt

Grund für die Tempo-30-Regelung – die insgesamt auf zehn Straßenabschnitten in Hamburg umgesetzt wird – ist die „EG-Umgebungslärmrichtlinie“. Hamburg setzt sie in zwei Schritten um. Eine Referentin der Umweltbehörde steht den Bezirkspolitikern dazu im kommenden Verkehrsausschuss (Montag, 12. Januar, 18 Uhr, Rathaus Wentorfer Straße 38) Rede und Antwort.

Um die Richtlinie umzusetzen, hatte Hamburg zunächst einen Lärmaktionsplan erstellt, der Lärmquellen erfasst und Empfehlungen zur Reduzierung gibt. Darauf aufbauend soll nun die Belastung durch den Autoverkehr an einigen Straßen gemindert werden – darunter auch auf der Bergedorfer Straße als einer Pilotstrecke. Dort wie auch auf den anderen Strecken gilt Tempo 30 zunächst testweise für ein Jahr.

Messungen vor und nach dem Aufbau der Schilder

Um danach Bilanz ziehen zu können, hat die Polizei zunächst vierwöchige Messungen an dem Straßenzug vorgenommen: Ermittelt wurden Zahl und Geschwindigkeiten der nächtlichen Fahrzeuge ohne Tempo-­30-­Schilder. Sechs Monate nach dem Start der Beschränkung soll dann noch einmal gemessen werden. Der Vergleich soll zeigen, wie viele Autos die Strecke noch nutzen und ob sie sich ans Tempolimit halten.

Drei Dezibel weniger Lärmbelastung erwartet

Denn das ist erforderlich, um den Lärm an den Straßen reduzieren zu können. Um drei dB(A) könnte die Belastung im Vergleich von Tempo 50 zu Tempo 30 sinken, so eine Berechnung der Behörde auf beiden Strecken. Bisher sind im ersten Abschnitt (ab Vierlandenstraße) nachts etwa 330 Autos unterwegs, fünf Prozent davon sind Lastwagen. Die laut Behörde 255 dort lebenden Menschen seien nachts einem Belastungspegel von mehr als 60 dB(A) ausgesetzt, heißt es. Im Abschnitt bis zur Justus-Brinckmann-Straße fahren nachts im Schnitt 154 Autos, auch hier sind fünf Prozent Lastwagen. Die hier wohnenden 270 Menschen sind ebenfalls einer Belastung von mehr als 60 dB(A) ausgesetzt, die es zu reduzieren gilt.

Dafür rücken nun die Bauarbeiter an. 15 Tempo-30-Schilder mit dem Hinweis „22-6 h – Lärmschutz“ sollen aufgestellt werden.

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