Fußgängerquerung

Brückenschlag über Schleusengraben soll vor Ostern starten

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Ulf-Peter Busse
Geschwungen und futuristisch: der erste Entwurf der Schleusengraben-Brücke.

Geschwungen und futuristisch: der erste Entwurf der Schleusengraben-Brücke.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Nach jahrelanger Planung soll nun endlich die 1,8 Millionen Euro teure Brücke über den Schleusengraben gebaut werden.

Bergedorf.  Plötzlich muss alles ganz schnell gehen: Noch vor Ostern werden die Bauarbeiten für Bergedorfs immer wieder verschobenes Brückenprojekt über den Schleusengraben beginnen. Ab Juni 2019 sollen Fußgänger wie Radfahrer das Gewässer zwischen dem gerade entstehenden Neubaugebiet Schilfpark am Laser-Zentrum und dem noch immer nicht begonnenen namens Weidensteg am Westufer überqueren können. Die Passanten landen dann voraussichtlich auf einer Baustelle.

1,8 Millionen Euro für 50 Meter Brücke

1,8 Millionen Euro lässt sich Hamburg die knapp 50 Meter lange Brücke samt Rampen kosten, finanziert aus dem Programm Wohnbauentwicklung. Die Querung soll Schmuckstück der künftigen Fuß- und Radwegeverbindung sein, die Bergedorfs Zentrum vom Serrahn aus direkt mit den Vierlanden verbindet. Zudem eröffnet sie den künftigen Bewohnern der 360 Wohnungen im Schilfpark sowie den Mitarbeitern der Betriebe im Forschungs- und Innovationspark am Ostufer des Schleusengrabens den Weg zum neuen Nahversorgungszentrum am Weidenbaumsweg.

Bodengift unter den Industriehallen

Dessen genaue Lage hat den Brückenbau und auch das ganze Gebiet Weidensteg mit seinen 560 geplanten Wohnungen lang verzögert. Denn eigentlich sollten Supermarkt, Drogerie und weitere Geschäfte in die alten, weißen Industriehallen der längst stillgelegten Motorenfabrik HMG einziehen. Doch Untersuchungen der Umweltbehörde hatten eine erhebliche Vergiftung des Untergrundes durch die alten Produktionsmethoden festgestellt. Bevor hier neu gebaut werden kann, muss der Eigentümer deshalb umfangreichen Bodenaustausch betreiben – und die ebenfalls verseuchten Hallen abreißen.

Bezirksamt und Eigentümer verhandeln

Wer was davon bezahlt und ob vielleicht noch mehr Wohnungen gebaut werden, um die Kosten wieder hereinzuholen, wird zwischen Bezirksamt und Eigentümer seit Monaten verhandelt. „Wir sind in letzten Gesprächen zur Entwicklung des Quartiers und werden voraussichtlich zeitnah zu einem guten Ergebnis kommen, sodass das Projekt in absehbarer Zeit starten kann“, bleibt Bezirksamtssprecherin Lena-Christine Stich vage.

Brückengeländer noch nicht stimmig

Damit zumindest die Brücke bald Wirklichkeit wird, macht der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Druck. In seiner heutigen Sitzung (18 Uhr; Rathaus, Wentorfer Straße 38) ist das Bauwerk Thema. Laut Mitteilung des Bezirksamtes sei es gelungen, die umfangreichen Einwände der Stadtentwicklungsbehörde gegen die Planungen auszuräumen. Lediglich das Brückengeländer soll noch anders geplant werden. Dann können die seit 2014 geblockten 1,8 Millionen Euro doch noch fließen.

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