Polizei Bergedorf

Mühsamer Kampf gegen Falschparker

Parksünder gibt es nicht nur wie hier am Röpraredder/Harnackring.

Parksünder gibt es nicht nur wie hier am Röpraredder/Harnackring.

Foto: Thomas Voigt / BGZ

Bergedorf. Trotz Unterstützung des Landesbetriebs Verkehr gibt es vor allem in Wohngebieten Probleme mit Falschparkern.

Bergedorf.  Sie parken in Zufahrten, im absoluten Halteverbot oder auf Behindertenstellplätzen: Besonders in Bergedorfs Wohngebieten fühlen sich manche Autofahrer vor Knöllchen so sicher, dass sie die Grenzen des Erlaubten weit überschreiten. Tatsächlich kommt die Polizei mit dem Kontrollieren kaum noch hinterher: „Im normalen Streifendienst bleibt dafür nicht viel Zeit“, stellte Karsten Tode, Mitarbeiter der Bergedorfer Verkehrspolizei, jetzt im Verkehrsausschuss klar. Und die nur für den ruhenden Verkehr zuständigen fünf „Angestellten im Außendienst“ (AiA) müssen sich zu verteilen – auf etwa 600 Straßen im Bezirk.

Seniorenbeirat: „Gefährlich für Fußgänger“

Vorangegangen war eine Anfrage der Seniorenbeirats-Vorsitzenden Karin Rogalski-Beeck zu parkenden Autos im absoluten Halteverbot am Röpraredder: „Dort an den Einmündungen vom Harnackring verdecken sie die Sicht, das ist gefährlich für Fußgänger. Können Sie nicht auf Ihren Streifenfahrten dort Knöllchen schreiben?“

Doch so einfach ist es nicht. Polizei und Landesbetrieb Verkehr (LBV) teilen sich beim Knöllchenschreiben die Aufgaben: Der LBV schickt seit anderthalb Jahren sein Parkmanagement mehrmals wöchentlich nach Bergedorf. Die Kontrolleure – die im ersten Einsatzjahr immerhin fast 32 000 Knöllchen schrieben – sind nur im Citybereich unterwegs und vorrangig für abgelaufene Parkuhren oder Zweite-Reihe-Parker zuständig. Abschleppen lassen dürfen sie nicht. Das dürfen hingegen die fünf Angestellten im Außendienst der Polizei. Sie kontrollieren den ruhenden Verkehr, werden aber auch zu anderen Einsätzen hamburgweit abgerufen, etwa, wenn eine Ampel ausfällt. Und obwohl auch mal abends ein Spätdienst im Einsatz ist und Falschparker im Wohngebiet kontrolliert: Bei 600 Straßen im Revier ist das eine Sisyphosaufgabe.

Polizei ist mit der Einsatzlage beschäftigt

Bleiben die klassischen Streifenfahrten, deren Besatzungen ebenfalls ab und an nach Parksündern Ausschau halten. Doch: „Die Kollegen sind heutzutage voll und ganz mit Einsatzfahrten beschäftigt“, stellte Tode im Ausschuss fest. Karin Rogalski-Beeck ließ nicht locker: „Wenn sie nun aber in Lohbrügge-Nord einen Einsatz haben, dann können sie doch hinterher am Röpraredder Knöllchen schreiben. Da steht immer irgend jemand im Halteverbot.“ Jedoch müsse „der Streifenwagen dann meist schon zum nächsten Einsatz“, bedauerte Tode. Er rät, im dringenden Fall die 110 zu wählen. „Dann behandeln wir das als Einsatz und kommen vorbei – sofern nichts Dringlicheres ruft.“

Polizisten schieben viele Überstunden vor sich her

Matthias Zaum (CDU) zeigte Verständnis für die mit Personalknappheit kämpfende Polizei: „Derzeit schieben Hamburgs Polizisten mehr als eine Million Überstunden vor sich her.“ Ein Bergedorfer Polizist verrät zudem, dass die Einsätze zum Objektschutz in Hamburg im vergangenen Jahr drastisch zugenommen haben. Polizisten aus den Bezirksrevierwachen würden dann für ganze Einsatztage in die City abkommandiert.

Kapitulieren will Bergedorfs Polizei vor den Falschparkern aber nicht, wie Tode sagt. So soll auch im Gespräch sein, den LBV-Mitarbeitern die Erlaubnis zu geben, abschleppen zu lassen.