Hamburg

LiLaBe findet doch statt – aber nicht in Bergedorf

2015, zum 40. Geburtstag der LiLaBe waren unter anderem diese Samba-Tänzerinnen zu Gast in Bergedorf

2015, zum 40. Geburtstag der LiLaBe waren unter anderem diese Samba-Tänzerinnen zu Gast in Bergedorf

Foto: picture alliance/rtn - radio tele nord

Nach der Absage durch die HAW fand Hans Böhrs kurzfristig einen neuen Ort für die alteingesessene Hamburger Faschingsparty.

Hamburg. Wer seine Verkleidung als Pilot, Krankenschwester oder Superheld bereits enttäuscht wieder eingemottet hatte, weil die LiLaBe in diesem Jahr ausfällt, kann das Lieblingskostüm nun doch wieder herauskramen: Am Mittwoch wurde bekannt, dass Veranstalter Hans Böhrs kurzfristig einen neuen Ort für seine Party gefunden hat. Er und sein Team hatten sich die Eventlocation Hühnerposten am Dienstag angeschaut und für tauglich befunden.

Zwar ist der Hühnerposten deutlich kleiner als die HAW, aber das Flair des Originals will Böhrs auf jeden Fall herstellen. Und vielen seiner Gäste käme es auch gar nicht so sehr darauf an, wo LiLaBe genau stattfindet, sondern darauf, dass es die Party überhaupt gibt. Sie hätten schließlich Kostüme vorbereitet und Hotelzimmer gebucht: "Die Leute wollen einfach wieder feiern."

Böhrs wäre mit LiLaBe gern in Bergedorf geblieben

Er persönlich, so Böhrs im Gespräch mit dem Abendblatt, wäre gern in Bergedorf geblieben. Und der Organisator will die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben, dass die Hochschule die Party im kommenden Jahr wieder zulässt: "Wir warten ab, was jetzt bei der HAW passiert."

Die Veranstalter hatten am Wochenende überraschend bekannt gegeben, dass LiLaBe ausfallen müsse, weil kein Mietvertrag mit der HAW zustande gekommen sei. Der Kritik an der Hochschule, die daraufhin laut wurde, widersprach die HAW. Bereits 2015 sei vertraglich geregelt worden, dass "die Nutzung der Halle über 2017 hinaus ausgeschlossen wurde", so ein Sprecher. Böhrs bestätigte das, hatte trotz dieser Klausel aber darauf gehofft, die Hochschule umstimmen zu können. Erst als klar wurde, dass es keinen neuen Mietvertrag geben würde, wurde die Party abgesagt.

LiLaBe bleibt LiLaBe – auch am Hauptbahnhof

Die HAW hatte darüber hinaus darauf hingewiesen, dass man aufgrund der gestiegenen Studierendenzahlen auf die sogenannten Lerninseln in der Halle nicht verzichten könne. Diese Darstellung will Böhrs nicht glauben. Was den Auf- und Abbau angehe, sei man ja "zu jedem Kompromiss bereit". Er hält es für wahrscheinlicher, dass die Hochschule die Party einfach loswerden wollte.

LiLaBe im Hühnerposten ist also erst einmal ein Provisorium, aus der – zumindest teilweise – selbst gemachten Not geboren. Entsprechend will Böhrs auch noch nicht über eine mögliche Namensänderung nachdenken: "Wir lassen das erstmal so."

Klar ist erst einmal, dass LiLaBe 2018 am 23. und 24. Februar zum närrischen Treiben in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs einlädt – wie immer legen die Hamburger Narren ihre Kostüme erst an, wenn Karneval/Fasching im Rest der Republik schon lange vorbei ist.