Bergedorfer Straße

Radweg an der B 5 bleibt Stiefkind der Verkehrsplaner

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Ulf-Peter Busse
Kaum zu erkennen und gern von Fußgängern genutzt: Der schmale Radweg an der Bergedorfer Straße.

Kaum zu erkennen und gern von Fußgängern genutzt: Der schmale Radweg an der Bergedorfer Straße.

Foto: Ulf-Peter Busse / BGZ

Bergedorf. Verkehrsbehörde will Radweg zwischen Kreuzung Vierlandenstraße und Mohnhof „nicht vor 2022“ umbauen. Die Grünen sind sauer.

Bergedorf.  Die Grünen-Fraktion in der Bezirksversammlung fühlt sich von Hamburgs Verkehrsbehörde verschaukelt: „Seit fünf Jahren warten wir darauf, dass die Bergedorfer Straße zwischen Vierlandenstraße und Mohnhof endlich für Radfahrer sicherer wird“, sagt Norbert Fleige, Verkehrsausschuss-Mitglied der Grünen.

Wartezeit verdoppelt sich auf zehn Jahre

„Doch obwohl schon 2012 eine Lösung angekündigt wurde, vertröstet uns die Behörde jetzt nochmal um fünf Jahre auf ,frühestens 2022’. Das ist nicht hinnehmbar“, ärgert sich der Vizepräsident der Bezirksversammlung über die aktuelle Antwort auf ein Auskunftsersuchen seiner Fraktion.

Tatsächlich ist es ein gefährliches Abenteuer, mit dem Fahrrad entlang der Bergedorfer Straße den Mohnhof erreichen zu wollen.

Abenteuertour von Vierlandenstraße bis Mohnhof

Erst werden Radfahrer im Bereich der Kreuzung Vierlandenstraße auf einen nur 1,10 Meter schmalen Streifen an der Fahrbahn geleitet. Dann geht es auf eine kaum als Radweg zu erkennende Hoppelpiste zwischen Parkstreifen und Fußgängern.

Und zu guter Letzt müssen Radler an der Fußgängerampel und dem folgenden Bushalt Mohnhof immer fürchten, dass ihnen Passanten wie Busfahrgäste plötzlich in den Weg treten.

Behörde will ganze Straße sanieren

Dass das so nicht bleiben kann, bestätigt die Hamburger Verkehrsbehörde ausdrücklich. Doch Abhilfe soll erst geschaffen werden, wenn auch die Fahrbahnen der Bergedorfer Straße in diesem rund 600 Meter langen Abschnitt angefasst werden.

Für die „sichere Führung des Radverkehrs und notwendige Breiten erscheint eine ganzheitliche und weitergehende Überplanung des Straßenraums erforderlich“, heißt es in der Behörden-Antwort – um dann auf die Sanierungsbedürftigkeit der gesamten Fahrbahn hinzuweisen.

Arbeiten noch nicht in Planung

Diese Arbeiten müssten allerdings zunächst in das Bauprogramm des Erhaltungsmanagements für Hamburger Straßen aufgenommen werden. Und weil es noch gar keine Sanierungsplanung für die Bergedorfer Straße gibt, sei „mit einer Realisierung frühestens ab dem Jahr 2022 zu rechnen“.

Radverkehr soll auf die B 5

Für Norbert Fleige ist das nicht hinnehmbar: „Wir lassen uns nicht nochmal vertrösten“, kündigt er an. Er will die Sache nun in die Hände der Grünen-Verkehrspolitiker in der Bürgerschaft geben.

Für Fleige liegt die Lösung auf der Hand: Der Radweg wird in ganzer Länge als Radfahrstreifen auf die Bergedorfer Straße gelegt. Dafür müsten alle Fahrstreifen nur leicht verengt werden.

Radler zwischen Autos und Busse?

Lediglich im Bereich der täglich von Hunderten Bussen angefahrenen Haltestelle Mohnhof ist er sich unsicher: „Dort sollten Verkehrsexperten entscheiden, ob Radfahrer zwischen Autos und Busse geleitet werden.“

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