Ochsenwerder Elbdeich

Defekter Ofen? Totes Pärchen in Wohnwagen entdeckt

Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des 65-Jährigen und der 66-Jährigen feststellen. Sie lagen offenbar schon länger in dem Wohnmobil.

Hamburg.  Tödliches Drama auf einem Campingplatz am Ochsenwerder Elbdeich. Am Mittwochabend haben Feuerwehrleute in einem Wohnwagen zwei Tote entdeckt. Es handele sich um einen 65-jährigen Mann und eine 66-jährige Frau, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Todesursache sei noch unklar, Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es aber nicht. Näheres soll eine Obduktion der Leichen ergeben. Das Pärchen war ganz offensichtlich an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben.

Gegen 20 Uhr ging ein Anruf bei der Feuerwehr ein. Laut der Polizei hatte die Mutter des 65-jährigen Mannes die Beamten alarmiert, die regelmäßig mit ihrem Sohn in Kontakt stand. Sie habe sich Sorgen gemacht, nachdem sie ihn seit mehreren Tagen nicht erreicht hatte. Zuletzt habe sie am Montag mit dem 65-Jährigen telefoniert.

Toten lagen wohl schon länger in dem Wohnmobil

Die Beamten rückten mit einem größeren Aufgebot aus. Unter Atemschutz holten die Feuerwehrleute das leblose Paar aus dem Wohnwagen. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Pärchens feststellen, bei dem es sich um Dauercamper handeln soll.

Ein Sprecher der Feuerwehr vermutete, dass der Mann und die Frau durch einen Defekt an einer Gasheizanlage ums Leben kamen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hätten das Fahrzeug am Mittwoch nur mit Atemschutzmasken betreten können und eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration im Inneren gemessen, sagte der Sprecher. Nachdem ein sogenannter Katalytofen abgeschaltet und das Wohnmobil gelüftet worden sei, sei keine Belastung mehr messbar gewesen. Die Toten lagen mutmaßlich schon länger in dem Wohnmobil, hieß es.

Wohnwagen wurde versiegelt

Bei Katalytöfen handelt es sich um Kompaktheizgeräte, die mit Gas betrieben werden und Hitze ohne offene Flamme erzeugen. Bei der Verbrennung des Flüssiggases entsteht Kohlenmonoxid. Außerdem wird Sauerstoff verbraucht. Deswegen sollten derartige Öfen nur in gut belüfteten Räumen eingesetzt werden, warnt die Feuerwehr.

Der Wohnwagen wurde am Abend von der Kripo versiegelt. „Wir haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte ein Beamter. Die beiden Toten wurden mit einem Rettungswagen in die Rechtsmedizin gebracht.