Radlerin verletzt

Nach Unfall: Pöbler stören Polizeieinsatz

| Lesedauer: 2 Minuten
Tim Schreiber
Polizisten bei der Unfallaufnahme. Hinten halten Kollegen die Pöbler am Edith-Stein-Platz auf Abstand.

Polizisten bei der Unfallaufnahme. Hinten halten Kollegen die Pöbler am Edith-Stein-Platz auf Abstand.

Foto: Christoph Leimig / BGZ

Neuallermöhe. Eine Radfahrerin (18) wurde schwer verletzt. Als Polizisten den Unfall aufnahmen, wurden sie bepöbelt und gestört.

Neuallermöhe.  Nach einem Unfall mit einer Schwerverletzten kam es Donnerstagabend zu Pöbeleien gegenüber der Polizei. Die rückte daraufhin mit einem Großaufgebot an.

Radlerin fuhr vermutlich bei Rot

Das war passiert: Gegen 20 Uhr fuhr eine 64-Jährige mit ihrem Seat Leon auf dem Rahel-Varnhagen-Weg in Richtung Nettelnburger Landweg. In Höhe Edith-Stein-Platz überquerte eine 18-jährige Radfahrerin vermutlich bei Rot den markierten Fußgängerüberweg. Auto und Fahrrad prallten zusammen, die Radfahrerin schlug mit dem Kopf auf die Windschutzscheibe und verletzte sich schwer.

18-Jährige erleitet bei Unfall Schädelfraktur

Die 18-Jährige wurde mit einem Schädel-Hirntrauma und Schädelfraktur in ein Krankenhaus eingeliefert . Sie schwebt laut Polizei jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Autofahrerin erlitt einen Schock und wurde vor Ort behandelt.

Gruppe von 10 bis 15 Personen stört Arbeit der Polizei

Am Rande des Unfalls heizte sich die Stimmung dann auf. Schon während die Polizei den Unfall aufnehmen wollte, störte eine Gruppe von zehn bis 15 Personen die Arbeit der Beamten. Die Gruppe war aggressiv, bedrängte die Polizeibeamten und wollte den Unfallort nicht freiwillig verlassen. „Die Störung ging vor allem von einem 21-Jährigen aus, der bereits polizeibekannt ist“, sagt Polizeisprecherin Evi Theodoridou. Die Gruppe habe nicht aus normalen Gaffern bestanden, sondern sei vor allem gegenüber der Polizei unfreundlich gestimmt gewesen. Die Rettungskräfte seien bei ihrer Arbeit dagegen nicht behindert worden.

Rädelsführer der Pöbler wird in Gewahrsam genommen

Um die Lage zu beruhigen, forderte die Polizei Verstärkung an. Mit deren Hilfe gelang es schließlich, die Störer vom Unfallort in die nahegelegene Einkaufsstraße zu führen. Dabei kam es zu lautstarken Auseinandersetzungen. Der 21-jährige Hauptakteur wurde für die Dauer des Einsatzes wegen des Störens von Amtshandlungen in Gewahrsam genommen. Insgesamt rückte die Polizei mit zehn Streifenwagen an. Der Rahel-Varnhagen-Weg war von etwa 20 Uhr bis 21.05 voll gesperrt. Die Ermittlungen des Verkehrsunfalldienstes zum Unfallhergang dauern an.

Die Gruppe hatte Glück, Anzeigen wurden nicht gefertigt. Seit Mai gelten schärfere Gesetze: Wer bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte behindert, kann zu einer Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Haft verurteilt werden.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf