Zwischenbilanz

Bergedorf: Schon vier Verkehrstote in 2017

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Christina Rückert
Lohbrügge Anfang Juli: Ein 24-jähriger BMW-Fahrer kracht auf der regennassen Habermannstraße gegen einen Baum. Er ist sofort tot.

Lohbrügge Anfang Juli: Ein 24-jähriger BMW-Fahrer kracht auf der regennassen Habermannstraße gegen einen Baum. Er ist sofort tot.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Die Zahl der schweren Unfälle im Bezirk ist dieses Jahr schon besonders hoch. 21 Kinder wurden bei Unfällen verletzt.

Bergedorf.  Der Motorradfahrer war am 9. April bei klarem Frühlingswetter auf dem Altengammer Hauptdeich unterwegs, als das Unglück geschah. Aus ungeklärten Gründen versuchte der 55-Jährige eine Vollbremsung, stürzte und starb noch am Unfallort.

Zweimal Tod am Chausseebaum

Es war nicht der erste Unfalltote 2017 im Bezirk: Bereits im Februar war ein 42-Jähriger auf der Rothenhauschaussee mit seinem Auto gegen einen Baum gefahren und gestorben. Und so weist die vorläufige Verkehrsunfallstatistik für die erste Jahreshälfte in Bergedorf bereits zwei Todesopfer aus, zeigt die Senatsantwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Dennis Thering. Zum Vergleich: Im Vergleichszeitraum 2016 hatte es einen Unfalltoten, in den beiden Jahren davor keinen einzigen gegeben. Hinzu kommt: Die zweite Jahreshälfte hat bereits mit zwei tödlichen Unfällen begonnen: einem getöteten Fußgänger an der Lohbrügger Landstraße und einem Autofahrer (24), der an der Habermannstraße verunglückte.

Unaufmerksamkeit und unangepasste Fahrweise

Auch wenn die Unfallzahlen im Bezirk insgesamt im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig angestiegen sind (von 1574 auf 1577): Bereits vier Tote in gut einem halben Jahr, auch deutlich mehr Schwerverletzte (+13), das spricht für sich. „Wir sehen uns jeden tödlichen Unfall an“, verspricht Bergedorfs Verkehrspolizeichef Hans-Jürgen Gäth. Eine neue Version der Unfallauswertung ermöglicht den Polizisten jetzt auch, schneller zu erkennen, wo sich eventuell Unfälle häufen. Wo jedoch einfach Unaufmerksamkeit oder unangepasste Fahrweise die Ursache waren, lasse sich meist auch mit baulichen Mitteln nicht beikommen, so Gäth.

Tempo und Abstand

Tatsächlich sind die Ursachen auch der weniger schlimmen Unfälle oft banal. So geht aus der Senatsantwort hervor, dass das Wenden und Rückwärtsfahren in fast allen Bezirken Unfallursache Nummer eins ist. „Das sind oft die klassischen Parkmanöver“, so Gäth. In Bergedorf folgt auf Platz zwei der Unfallstatistik aber gleich – anders als in den restlichen Bezirken – das Tempo. Dass es in Bergedorf besonders viele Raser gibt, glaubt Gäth aber nicht: „Manchmal liegt es im Ermessen dessen, der den Unfall aufnimmt, als Unfallursache Tempo oder Abstand einzugeben“, sagt er. Etwa bei einem Auffahrunfall, wenn ein Fahrer zu dicht aufgefahren ist.

Fünf schwer verletzte Kinder

Die Statistik gibt auch Auskunft über die Unfälle mit Kindern. Sie lag im ersten Halbjahr im Bezirk unverändert bei 18. Dabei wurden allerdings etwas mehr Kinder verletzt – 21, drei mehr als im ersten Halbjahr 2016. Der überwiegende Teil (16) kam mit leichten Verletzungen davon, fünf Kinder wurden schwer verletzt.

Verkehrsfuchs macht fit für den Schulweg

In fünf Fällen waren Fußgänger, also oft die Kinder selbst, Hauptunfallverursacher. Zudem wird das Straßenüberqueren als häufigste Ursache geführt. Das zeige, wie wichtig der Verkehrsunterricht sei, so Gäth: „Gerade haben wir wieder den Verkehrsfuchs angeboten.“ Dabei werden Erstklässler für den Schulweg fit gemacht.

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