Parkchaos

Weidenbaumsweg: „Eine katastrophale Fehlplanung“

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Ulf-Peter Busse
Alle hier parkenden Fahrzeuge stehen illegal auf Behindertenstellplätzen, Bereichen für Krankentransporte oder verkehrswidrig halb auf der Straße.

Alle hier parkenden Fahrzeuge stehen illegal auf Behindertenstellplätzen, Bereichen für Krankentransporte oder verkehrswidrig halb auf der Straße.

Foto: Jan Schubert / BGZ

Bergedorf. Das tägliche Park-Chaos lässt Anwohner verzweifeln. Jetzt wollen Politik und Verwaltung eine Lösung präsentieren.

Bergedorf.  . Das tägliche Park-Chaos auf dem eigentlich fußgängerfreundlich umgestalteten Weidenbaumsweg lässt Anwohner, Politik und Bezirksamt verzweifeln. „Diese katastrophale Fehlplanung muss endlich korrigiert werden“, machte Rolf Chors seinem Ärger im Verkehrsausschuss Luft.

„Fühlen uns hilflos und verschaukelt“

Der Eigentümer des Geschäftshauses neben Woolworth hatte schon selbst versucht, mit bepflanzten Balkonkästen die illegal genutzten Parkflächen zu blockieren. Doch seine Blumen wurden einfach umgefahren. „Wir fühlen uns hilftlos und verschaukelt“, so Chors.

Es gibt nur neun legale Parkplätze

Tatsächlich gibt es am Weidenbaumsweg zischen Bahnhofsvorplatz und City-Kreisel keinen einzigen Kurzzeit-Parkplatz. Alle vorhandenen Flächen sind entweder Behinderten, Krankenwagen oder dem Anlieferverkehr vorbehalten. Wer Brötchen kaufen oder schnell in die Apotheke will, muss einen der neun bezahlpflichtigen Parkplätze an der Straße Am Bahnhof ergattern – oder gleich ins CCB-Parkhaus fahren.

Strategie durch interfraktionellen Antrag?

Jetzt soll eine gemeinsame Strategie von Verwaltung, Politik und Ordnungshütern die Wildparker vertreiben. Details werden für einen interfraktionellen Antrag erarbeitet, der in der Bezirksversammlung am 29. Juni (18 Uhr, Rathaus) verabschiedet wird. Einige Inhalte klangen Montag bereits im Verkehrsausschuss an. So setzt Jörg Froh (CDU) auf mehr Überwachung durch Ordnungskräfte: „Das dürfte dem Parkraum-Management des Landesbetriebs Verkehr viele Einnahmen bescheren, ist also leicht zu realisieren.“

Betonpoller und Pflanzkübel

Dass das genügt, glaubt Robert Gruber (Linke) nicht: „Wir brauchen schnell eindeutige Zeichen, etwa Betonklötze auf den besonders beliebten illegalen Stellflächen.“ Matthias Zaum (CDU) hält das für zu hässlich und will eher „schöne große Pflanzkübel“ anschaffen lassen. Auch SPD-Kollege Nils Springborn denkt über bauliche Maßnahmen nach: „Aber welche das sein sollten, möchte ich erst mit Fachleuten besprochen wissen.“

Mehr Kontrolleure angefragt

Bergedorfs Vize-Tiefbauchef Lars Rosinski will schon in dieser Woche Gespräche mit dem Landesbetrieb Verkehr aufnehmen, um dessen bisher drei Schichten pro Woche in Bergedorf aufzustocken.

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