Weidenbaumsweg

Bummelmeile ist ständig zugeparkt

| Lesedauer: 2 Minuten
Thomas Voigt
Die Schilder-Sprache ist doch eindeutig: Anwohner Rolf Chors beklagt permanente Parksünder im Weidenbaumsweg - obwohl Knöllchenschreiber und Polizei im Dauereinsatz sind

Die Schilder-Sprache ist doch eindeutig: Anwohner Rolf Chors beklagt permanente Parksünder im Weidenbaumsweg - obwohl Knöllchenschreiber und Polizei im Dauereinsatz sind

Foto: Thomas Voigt / BGZ

Bergedorf. Mit Blumen gegen Falschparker: Auch der honorige Versuch eines Anwohners des Weidenbaumwegs wurde von Autofahrern „plattgemacht“.

Bergedorf.  Die sechs Blumenkästen von Rolf und Birgit Chors standen keine 48 Stunden am Straßenrand im Weidenbaumsweg. Vor ihrem Meditationszentrum „Ort der Stille“ an der Hausnummer 6 hatten sie sechs Balkonkästen mit Grünpflanzen an den Bürgersteig gestellt „Als Zeichen gegen das notorische Falschparken hier auf dem Gehweg“, erklärt Rolf Chors. Zwei Tage später waren die Kästen weggeräumt oder von Autorädern zerquetscht, der Gehweg wieder zugeparkt.

Polizei und Knöllchenschreiber vom Landesbetrieb Verkehr (LBV) bekommen das Parkproblem auf dem Bahnhofsplatz und dem letztes Jahr als Boulevard neu gestalteten Weidenbaumsweg einfach nicht in den Griff. Wo vor dem Umbau Parkplätze waren, wird noch heute geparkt, auch wenn die LBV-Aufpasser drei- bis fünfmal in der Woche ganztags in der City unterwegs sind und Verwarnungen schreiben.

Offene Boulevard-Gestaltung gescheitert

Erlaubt ist im Weidenbaumsweg kurzes Anhalten nur auf wenigen, eigens markierten Flächen – kurz vor dem Kreisverkehr und auf der Gegenseite vor dem Ärztehaus. Ansonsten gilt hier Halteverbot. Doch das kümmert viele Autofahrer wenig.

„Das Konzept der offenen Boulevard-Gestaltung ohne Bordsteine ist gescheitert“, meint Rolf Chors. „Hier kommen Leute mit Kinderwagen oft nicht durch, weil alles zugeparkt ist.“ Er fordert nun eine klare Abgrenzung von Fahrbahn und Gehweg durch Poller, Blumenkästen oder Metallbügel.

Parkaufsicht jetzt schon ausgelastet

Polizeihauptkommissar Rainer Wilke von der Bergedorfer Verkehrsdirektion hält das für keine gute Idee: „Dadurch entsteht der Eindruck einer Fahrgasse, und dann werden die Autofahrer wieder schneller“, befürchtet er und gibt zu bedenken, dass es beim jetzigen offenen Charakter der Straße viel weniger Unfälle zwischen Fußgängern und Autofahrern gibt als früher bei strikter Trennung mit Kantsteinen und Parkplätzen. „Für die Falschparker wünsche ich mir jetzt den Einsatz der LBV-Kollegen an sieben Tagen in der Woche.“

„Keine Chance“, winkt Katja Hartfiel von der LBV-Parkaufsicht ab. „Wir haben auch noch andere Gebiete in Hamburg zu betreuen und das Wochenende nicht auf dem Dienstplan.“

Auch Bergedorfs CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh ist ratlos: „Ich habe keine Lösung. Das Poller-Programm des Senats erlaubt Poller nur bei echten Gefährdungen.“ Chors’ Idee mit den Blumenkästen will er aber aufgreifen: „Kann man drüber nachdenken.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf