Neuallermöhe

Marode Holzbrücken werden endlich erneuert

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Thomas Voigt
Mitarbeiter der Firma Tiesler aus Elsfleth/Wesermarsch haben die Gründung der neuen Brücke über den Fährbuernfleet angelegt

Mitarbeiter der Firma Tiesler aus Elsfleth/Wesermarsch haben die Gründung der neuen Brücke über den Fährbuernfleet angelegt

Foto: Thomas Voigt / BGZ

Neuallermöhe. Stahl und Kunststoff statt Naturholz: Die zweite Generation der Brücken über die Fleete soll länger halten als 30 Jahre.

Neuallermöhe.  Annähernd fünf Jahre hat es gedauert, bis die wegen Baufälligkeit gesperrte Holzbrücke über das Fährbuernfleet ersetzt wird. Für 220 000 Euro entsteht dort eine Stahlbrücke mit Kunststoffbelag, die deutlich länger halten soll als das natürliche Baumaterial Holz. Noch vor wenigen Jahren hatten sich Bergedorfer Politiker eine solche Modernisierung, die für diverse Brücken überlegt wird, kaum vorstellen können.

Mehr als 100 Querungen im Stadtteil

Die Brücke an der Maria-Terwiel-Kehre ist nur eine von vielen maroden Holzbrücken im Stadtteil Neuallermöhe mit seinen künstlichen Wasserläufen. Mehr als 100 solcher Fahrrad- und Fußgängerbrücken gibt es hier, überwiegend aus Holz. Viele mussten schon gesperrt werden, bevor sie notdürftig repariert wurden.

Lange Zeit keine Priorität für Fußgänger

Eingaben von Bezirksverwaltung und -politik bei Hamburgs Behörde für Wirtschaft und Verkehr, nachhaltig für Abhilfe zu sorgen, verhallten bislang: Fußgängerbrücken hätten gegenüber dem Straßenverkehr eine geringere Priorität bei der Instandhaltung, hieß es stets vom zuständigen Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG).

Neue Arbeitsgruppe geht systematisch vor

Nun hat sich bei den Hamburger Entscheidungsträgern ein Sinneswandel vollzogen. Der LSBG hat in der vergangenen Woche eine Arbeitsgruppe mit vier Ingenieuren gebildet, die sich gezielt mit dem Erhalt und der Pflege von Neuallermöhes Brücken befasst – damit die Planung jedes Einzelbauwerks nicht wieder fünf Jahre in Anspruch nimmt. Derzeit hat das Gremium 40 Brücken im Fokus, die in den kommenden Jahren saniert oder erneuert werden müssen.

Noch im Sommer kommt der Zeitplan

„Möglicherweise werden es auch noch mehr“, sagt LSBG-Sprecherin Anabel Schnepf: „Neuallermöhe hat so viele Holzbrücken, die in die Jahre gekommen sind. Da lohnt sich eine systematische Planung, damit wir Synergie-Effekte nutzen können.“ Noch bevor der Sommer zu Ende geht, will die Arbeitsgruppe einen Zeitplan vorlegen, wann welche Brücke in welcher Weise ertüchtigt werden soll. Eine finanzielle Obergrenze für Investitionen gibt es dabei angeblich nicht. „Was gemacht werden muss, wird gemacht“, sagt Anabel Schnepf. Sie versichert auf Nachfrage, dass es auch nicht darum gehe zu prüfen, ob die eine oder andere Brücke vielleicht ersatzlos entfernt werden könnte: „Neuallermöhes Verkehrskonzept beruht auf Holzbrücken, sie werden in den kommenden Jahren durch langlebigeres Material ersetzt.“

2017 zwei weitere Brücken neu

Die im Bau befindliche Querung über das Fährbuernfleet soll im Juni fertiggestellt sein. Sie hat weniger Neigung als das Vorgängermodell, gilt als barrierefrei. Noch 2017 sollen zwei weitere Rad- und Fußgängerbrücken erneuert werden: das ebenfalls seit Jahren gesperrte Bauwerk über das Schwanenfleet am Von-Moltke-Bogen und die Brücke über das Reiherfleet am Curt-Bär-Weg. Sie wurde 2014 mit neuem Bohlenbelag geflickt.

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