Fleißige Parksheriffs

Fast 32 000 Knöllchen in Bergedorf verteilt

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Christina Rückert
Immer häufiger finden Falschparker in Bergedorf Strafzettel unter dem Scheibenwischer.

Immer häufiger finden Falschparker in Bergedorf Strafzettel unter dem Scheibenwischer.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Bilanz nach einem Jahr: Der Landesbetrieb Verkehr (LBV) verteilt dreimal mehr Strafzettel als einst der Ordnungsdienst BOD.

Bergedorf.  Parksünder haben es in Bergedorf zunehmend schwer: Seit vor gut einem Jahr der Senat seine Knöllchen-Offensive auch auf Bergedorf ausweitete, wurden allein im hiesigen City-Bereich fast dreimal so viele Falschparker aufgeschrieben wie einst durch den Bezirklichen Ordnungsdienst (BOD). 31 825 Strafzettel stellten die zuständigen Mitarbeiter des Landesbetriebs Verkehr zwischen Anfang April 2016 und Ende März 2017 in Bergedorf aus – das sind 270 Prozent gegenüber dem früheren Wert des BOD. Der schaffte es kurz vor seiner Auflösung im Jahr 2013 noch auf 11 755 Knöllchen jährlich in Bergedorf.

Hamburgweit waren es 700.000 Ordnungswidrigkeiten

Angesichts von knapp 700 000 Ordnungswidrigkeiten, die das Parkraummanagement 2016 in ganz Hamburg ahndete, sei die Anzahl an Strafzetteln in Bergedorf sogar „noch überschaubar“, meint Thomas Adrian, Leiter Verkehrsmanagement beim Landesbetrieb Verkehr (LBV).

Letztlich gehe es aber weniger um Zahlen und Bußgeldeinnahmen als um Parkgerechtigkeit: „Da ist eine Verhaltensänderung in der ganzen Stadt zu bemerken.“ Die Zahl derer, „die an einem Parkscheinautomaten nicht zahlen, ist spürbar gesunken“. Gewünschter Effekt: Durch die größere Fluktuation auf den knappen Parkplätzen „ist es wieder leichter, in Hamburg einen Stellplatz zu finden“.

Einnahmen an Parkautomaten deutlich gestiegen

Auch in Bergedorf mühen sich Autofahrer nun mehr, die Parkzeit nicht wesentlich zu überschreiten – was sich etwa daran zeigt, wie fleißig sie die Parkautomaten füttern. Ehe die LBV-Kontrolleure Mitte April 2016 ihre Arbeit aufnahmen, lagen die Einnahmen im Citybereich bei etwa 32 000 Euro im Monat. Im April 2016 war es dann plötzlich fast doppelt so viel: 61 000 Euro. Danach sanken die Einnahmen zwar wieder etwas, blieben aber auf hohem Niveau.

Denn ein Strafzettel kann noch deutlich teurer werden als die zwei Euro, die in Bergedorf meist pro Stunde am Automaten fällig werden. Wer gar keinen Schein zieht oder die Parkzeit nur leicht überschreitet, „zahlt zunächst zehn Euro“, erklärt Thomas Adrian. Wenn der Mitarbeiter dann nach ein paar Stunden zurückkehrt und der Wagen dort immer noch steht, werde es teurer: „Das geht bis zu 35 Euro.“

Ausweitung ist derzeit nicht geplant

Wann die Kontrolleure durch Bergedorf streifen, ist unterschiedlich. Grundsätzlich sollen die Bergedorfer und Lohbrügger City aber dreimal die Woche zweimal am Tag bestreift werden. Vier Außendienstmitarbeiter sind dabei im Einsatz. Kurz nach dem Start des Parkraummanagements war auch über eine Ausweitung in Bergedorf nachgedacht worden. Das ist laut LBV derzeit aber kein Thema.

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